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Harnröhrenabstrich beim Mann: Erfahrungen & Schmerzen

Du spürst ein Brennen, Jucken oder Stechen in der Harnröhre (Urethra)? Bei Schmerzen im Intimbereich kann es sich um eine sexuell übertragbare Infektionen (STI) handeln. Früher sprach man von Geschlechtskrankheiten. Die Abkürzung STI stammt aus der englischen Sprache und steht für S = sexually T = transmitted I = infections. Auf Deutsch bedeutet das „Sexuell übertragbare Infektionen“. Manchmal wird auch der Begriff „STD“ benutzt. Das ist die Abkürzung für sexually transmitted diseases, also sexuell übertragbare Krankheiten. Die beiden Bezeichnungen sind der einzige Unterschied zwischen STI und STD: Beide Begriffe bedeuten, dass man sich durch sexuellen Kontakt mit Krankheitserregern angesteckt hat. Um herauszufinden, welche Geschlechtskrankheit man sich eingefangen hat, muss der Arzt einen Harnröhrenabstrich machen. In meinem heutigen Blogbeitrag berichte ich dir über meine Erfahrungen und die Schmerzen bei einer solchen Untersuchung.


Tom Rockets

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Harnröhrenabstrich: Zu welchem Arzt muss man gehen?

Eine STI ist für viele Männer und Frauen eine peinliche Angelegenheit. Den meisten Menschen kostet es große Überwindung, mit einer Geschlechtskrankheit zum Arzt zu gehen. Vielen Betroffenen ist auch gar nicht klar, zu welchem Arzt sie bei einer STD gehen müssen. Ist der Hausarzt, der Urologe oder der Frauenarzt der richtige Ansprechpartner bei Geschlechtskrankheiten? Ganz gleich, welches Geschlecht du hast: Im Falle einer STI solltest du zu einem Urologen gehen.

Zudem braucht dir deine Erkrankung nicht peinlich zu sein: Der Arzt hat in seiner beruflichen Laufbahn bereits Tausende Penisse und Vaginas gesehen und unzählige Geschlechtskrankheiten behandelt. STDs kommen nämlich viel häufiger vor, als man denkt. Die meisten Leute sprechen aber aus Scham nicht darüber. Doch unabhängig von Schamgefühlen können Geschlechtskrankheiten eine heikle Sache sein. Vor allem, wenn du verheiratet oder in einer festen Beziehung bist und fremdgegangen bist. Wer nach einem Seitensprung Beschwerden im Intimbereich verspürt, kann nämlich im schlimmsten Fall auch seinen Partner, bzw. seine Partnerin mit der Krankheit angesteckt haben. Und wenn deine bessere Hälfte immer treu war, kann es sehr schwierig werden, eine plausible Erklärung für die Ansteckung mit einer STD zu finden. Im schlimmsten Fall kann es zur Trennung kommen, wenn eine Geschlechtskrankheit in einer Ehe oder festen Beziehung ans Licht kommt. Aber ich schweife vom Thema ab….

Abstrich Harnröhre: Welche Krankheiten können erkannt werden?

Eine Infektion ist mit Abstand der häufigste Grund für eine Harnröhrenentzündung (Urethritis). Die Auslöser sind meistens Bakterien. Typische Symptome einer STI sind Ausfluss, Schmerzen oder Juckreiz im Verlauf der Harnröhre. Über einen Harnröhrenabstrich lassen sich direkt Erreger der Harnröhreninfektionen nachweisen. Häufige Erkrankungen sind z.B. Gonorrhö (Tripper) sowie Infektionen mit Chlamydien oder Mykoplasmen.

Da viele STD lange Zeit unerkannt bleiben, können sie beim Sex leicht auf andere Menschen weitergegeben werden. Du stellst also ein potentielles Gesundheitsrisiko für deine Sexpartner da. Wenn eine solche Krankheit nicht behandelt wird, sind zudem Spätschäden möglich.

Harnröhrenabstrich: Wie ist der Ablauf?

Zum Harnröhrenabstrich selbst wird ein dünnes, steriles Wattestäbchen über die Harnröhrenmündung in die Harnröhre eingeführt, vorsichtig gedreht und dann sofort wieder rausgezogen. Der Urologe hat diese Untersuchung schon unzählige Male durchgeführt. Sie dauert höchstens eine oder zwei Sekunden – diese haben es aber an sich! Ich möchte dir von meinen Harnröhrenabstrich-Erfahrungen und den Schmerzen berichten.

Harnröhrenabstrich-Erfahrungen und Schmerzen

Viele STIs verlaufen ohne Symptome und bleiben somit lange unentdeckt. Da ich im Leben mehr als einen Sexualpartner hatte, wollte ich schon immer mal einen Rundum-Check auf Geschlechtskrankheiten machen. Wie so oft, habe ich den Termin aber immer vor mir her geschoben. Als ich eines morgens ein Brennen beim Wasserlassen zu spüren glaubte, bin ich endlich zum Urologen gegangen.

Nach einer äußeren Untersuchung meines Penis konnte der Arzt nichts Ungewöhnliche feststellen. Auch einen Ausfluss hatte ich nicht. Um auf Nummer Sicher zu gehen, schlug der Arzt einen Harnröhrenabstrich vor. Da ich mich im Vorfeld (zum Glück!) überhaupt nicht über diese Untersuchungsmethode informiert hatte, willigte ich ohne Umschweife ein. Der Urologe verließ das Zimmer und kam kurze Zeit später mit einem kleinen Kästchen zurück. Dieses enthielt das für den Abstrich nötige Zubehör.

Ich legte mich mit offener Hose auf die Liege und der Arzt sprühte Desinfektionsmittel auf meinen Penis (oder war es Gleitgel? Da ich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr hingeschaut habe, kann ich mich nicht mehr genau erinnern). Bis zu diesem Zeitpunkt glaubte ich noch, dass er höchstens die Spitze des Wattestäbchens in meine Harnröhre stecken würde. Dann sagte er:

Nun atmen Sie mal ganz tief ein!

Während ich einatmete, schob der Urologe den Wattestab in meine Harnröhre – und zwar die komplette Länge!! Dann drehte er denn Watteträger einmal um und sofort wieder raus. Der gesamte Vorgang  dauerte höchstens zwei Sekunden. Ich schrie jedoch vor Schmerz auf. Da ich von den Schmerzen völlig überrascht war, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Da der Arzt noch einen flapsigen Spruch machte („Ich habe doch gesagt, dass Sie tief einatmen sollen!“), musste ich tatsächlich eher lachen. Ich zog meine Hose wieder an und fühlte mich stolz und erleichtert, die Untersuchung hinter mich gebracht zu haben. Von der Sprechstundenhilfe erfuhr ich, dass ich die Ergebnisse des Abstrichs ab nächsten Tag erfahren würde. Also fuhr ich gut gelaunt nach Hause.

Schmerzen beim Wasserlassen nach dem Abstrich

Zuhause erzählte ich meinem Mann von der schmerzhaften Untersuchung. Ich fühlte mich wie ein Held und bat ihn, sich dem selben Eingriff zu unterziehen, falls mein Testergebnis negativ sein sollte. Der Abstrich sei zwar schmerzhaft, aber zum Glück dauert er ja nur eine Sekunde. Dann ging ich zum Pinkeln auf die Toilette.

Als der Urin durch meine Harnröhre floss, schrie ich zum zweiten Mal an diesem Tag vor Schmerzen auf. Und der Schmerz war um ein Vielfaches heftiger als während des Abstrichs. Meine Harnröhre brannte wie Feuer. Es fühlte sich an, als würden 1000 winzige Nadeln in meinem Penis stecken. Doch das größte Problem: Ich hatte noch gar nicht fertig gepinkelt. Es waren gerade erst wenige Tropfen Urin durch meine Harnröhre geflossen. Meine Blase war noch immer voll. Und der Harndrang ließ nicht nach. Ich musste also trotz der höllischen Schmerzen weiter pinkeln und meine Blase entleeren.

Vor diesen Schmerzen beim Wasserlassen hatte mich der Urologe gar nicht gewarnt. Daraus schloss ich, dass die Beschwerden nicht ungewöhnlich sind und meine Harnröhre nicht verletzt ist. Eine kurze Google-Recherche bestätige mir, dass die Schmerzen beim Pinkeln nach einem Harnröhrenabstrich normal seien. Außerdem fand ich einen wertvollen Tipp: Trotz der Qualen muss man nach dem Abstrich viel trinken! Denn je öfter man pinkelt, desto schneller lassen die Schmerzen nach!

Und tatsächlich: Mit jedem Toilettengang klappte das Urinieren ein wenig besser. Trotzdem musste ich noch den ganzen Tag die Zähne beim Pissen zusammenbeißen. Erst am nächsten Tag konnte ich wieder ohne Stiche in der Harnröhre Pipi machen.

Wie war das Testergebnis?

Das Ergebnis meines Abstrichs war übrigens negativ. Ich hatte mir das Brennen beim Wasserlassen anscheinend nur eingebildet. Trotz der starken Schmerzen war ich jedoch froh, den Harnröhrenabstrich gemacht zu haben. Denn wenn du häufig wechselnde Sexpartner hast, steigt leider die Wahrscheinlichkeit, sich mit einer STI anzustecken. Auch nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr solltest Du zur Sicherheit einen solchen Test machen. So vermeidest du, weitere Personen zu infizieren.

 

 

 

 

 

Harnröhrenabstrich Mann: Erfahrungen & Schmerzen

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