Prostata-Untersuchung Urologe: Ablauf Erfahrung

Prostata-Untersuchung: Schmerzen, Ablauf & Erfahrung beim Urologen

Von Zeit zu Zeit müssen wir Männer uns den weniger schönen Dingen des Lebens stellen: Zum Beispiel einer Prostatauntersuchung! So langsam komme ich in das Alter, in dem Mann sich um seine Gesundheitsvorsorge kümmern sollte. Wie meine Prostata-Untersuchung bei Urologen verlaufen ist und warum auch du dich frühzeitig untersuchen lassen solltest, erfährst du heute in meinem Blog.

Prostata-Untersuchung: Warum ist die Krebs-Vorsorge so wichtig?

Vielen Männern ist ein Besuch beim Urologen peinlich. Sie zögern den Besuch so lange wie möglich heraus. Doch das kann lebensgefährlich werden: Prostatakrebs ist nämlich die häufigste Krebserkrankung bei Männern! Etwa 64.000 Männer erkranken jedes Jahr daran. 12.000 Betroffene sterben daran. Dabei ist Prostatakrebs gut behandelbar – sofern wenn man ihn früh genug erkennt. Doch nur etwa 14% der Männer nutzen die Krebsvorsorgeuntersuchung! Diese geringe Anzahl hat mich schockiert. Dabei ist die rektale Tastuntersuchung der Prostata gar nicht so schlimm, wie viele Männer befürchten. Warum du keine Angst vor der Untersuchung haben musst, möchte ich dir in diesem Erfahrungsbericht verraten.

Rektale Prostatauntersuchung beim Urologen: Wie ist der Ablauf?

Zugegeben: Als schwuler Mann geht man womöglich mit weniger Hemmungen zum Urologen, als heterosexuelle Männer. Wir sind es gewöhnt, vor anderen Männern die Hosen runterzulassen. Außerdem haben viele homosexuelle Männer ein weniger verkraftes Verhältnis zu ihrem Anus. Doch für den Urologen ist eine Prostata-Untersuchung absolute Routine: Er hat schon Tausenden Männern seinen Finger in den Po geschoben. Es muss dir daher überhaupt nicht peinlich sein.

In der Urologie-Praxis angekommen, wurde mir gleich ein Becher in die Hand gedrückt. Darin sollte ich eine Urinprobe abzugeben. Zwar hatte ich meine Blase erst kurz vorher zuhause entleert, doch zum Glück konnte ich noch ein paar Pipi-Tropfen in den Becher träufeln. Da ich privat krankenversichert bin, musste ich danach nicht lange warten, sondern wurde direkt von der Toilette ins Sprechzimmer geführt. Manchmal hat es auch Voteile, ein Privatpatient zu sein!

Der Arzt begrüßte mich mit einem alten Urologen-Witz: „Na, wie läuft’s?“. Vermutlicht macht er das bei jedem neuen Patienten. Doch der lockere Spruch verfehlte seine Wirkung nicht: Die Hemmschwelle zwischen Arzt und Patient war auf Anhieb gebrochen.

Zuerst wurde ich vom Urologen zu meiner Gesundheit befragt:

  • Allgemeiner Gesundheitszustand
  • Gibt es Vorerkrankungen?
  • Gibt es familiäre Belastungen?
  • Haben Sie Probleme beim Wasserlassen?
  • Wie ist die Potenz?
  • Haben Sie so viel Lust auf Sex wie früher?

Nach dem Gespräch führte er mich ins Behandlungszimmer. Dort musste ich – im wahrsten Sinne des Wortes – die Hosen runterlassen und mich hinlegen. Dann tastete der Arzt meinen Bauch, die Hoden und den Penis ab. Außerdem untersuchte er mich mit einem Ultraschallgerät.

Muss man sich beim Urologen ausziehen?

Viele Männer haben Angst, dass sie sich beim Urologen komplett ausziehen müssen. Dies ist nicht der Fall. Du brauchst nur deine Hose ein wenig nach unten zu ziehen! Du kannst deine Kleidung bei einer Prostata-Untersuchung also anlassen!

So verlief meine Prostata-Untersuchung beim Urologen
So verlief meine Prostata-Untersuchung beim Urologen

Arzt Finger in Po: Verursacht die Prostata-Untersuchung Schmerzen?

Dann bat mich der Arzt, mich auf die Seite zu drehen. Ich ahnte, dass nun der Zeitpunkt gekommen ist, vor dem die meisten Männer Angst haben: Die rektale Prostata-Untersuchung! Schwuppdiwupp zog sich der Urologe einen Gummihandschuh über, machte etwas Gleitgel darauf und führt seinen Finger in meinen Anus ein. Denn die Prostata (auch Vorsteherdrüse genannt) ist ein etwa kastaniengroßes Organ, das nahe des Enddarms liegt und von dort aus gut tastbar ist. Bei der Tastuntersuchung kann der Arzt z.B. feststellen, ob die Prostata vergrößert oder verhärtet ist.

Da der Doktor mich wirklich die gesamte Zeit in ein saloppes Gespräch verwickelt hatte, hatte ich überhaupt keine Gelegenheit, über die Rektaluntersuchung nachzudenken. Sein Finger flutschte so schnell in meinen After, dass ich am liebsten nach der Gleitgel-Marke gefragt hätte. Er tastete mit dem Finger ein wenig in meinem Po hin und her – und dann war er auch schon wieder fertig. Die rektale Prostata-Untersuchung beim Urologen hatte wirklich nur wenige Sekunden gedauert und überhaupt nicht weh getan! Du brauchst also vor Schmerzen keine Angst zu haben!!

Angst vorm Urologen: Erregt einen steifen Penis bekommen

Manche Männer plagen vor dem Besuch einer urologischen Praxis noch ganz andere Sorgen: Sie haben Angst, beim Urologen einen steifen Penis zu bekommen!

Mir selbst war die Untersuchung nicht unangenehm: Es war mir nicht peinlich, vor dem Urologen die Hosen runterzulassen und mir den Finger in den Anus schieben zu lassen. Auch hat die Prostata-Untersuchung überhaupt nicht wehgetan. Trotzdem handelt es sich natürlich noch immer um einen Arztbesuch – und der verursacht Stress (zumindest in meinem Kopf!). Wenn du nicht gerade auf Kliniksex stehst, gehe ich davon aus, dass auch dich die Situation in der Urologie-Praxis vermutlich nicht geil machen wird. Ich kann mir jedenfalls beim besten Willen nicht vorstellen, bei einer ärztlichen Untersuchung erregt zu sein. Sicher geht es den meisten Menschen so. Aus diesem Grund ist die Gefahr, beim Urologen einen Steifen zu kriegen, eher gering.

Doch selbst wenn du beim Urologen erregt wirst und einen steifen Penis bekommst: Ich bin sicher, dass der Arzt diese Situation schon einmal erlebt hat und ein steifer Pimmel ihn (oder sie) nicht so schnell aus der Fassung bringen wird!

Fazit: Finger im Po + Prostata Screening

Jeder Mann sollte möglichst frühzeitig zum Urologen gehen, und sich untersuchen lassen – auch wenn er keine Beschwerden hat! Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Prostatauntersuchung ab dem 45. Lebensjahr. Bei mir hat der Arzt zum Glück nichts gefunden – alles ist in Ordnung! Doch wenn dein Großvater, der Vater, ein Onkel oder Bruder an Prostatakrebs erkrankt ist, solltest du nicht lange mit einer Prostata-Untersuchung warten. Durch das jährliche Prostata Screening kann ein Krebsgeschehen schon im Frühstadium erkannt werden. So sind die Heilungschancen viel größer. Und es tut gar nicht weh, wenn der Arzt seinen Finger in deinen Po steckt!

15 Kommentare zu „Prostata-Untersuchung: Schmerzen, Ablauf & Erfahrung beim Urologen“

  1. Gut zu wissen, dass die rektale Prostata-Untersuchung nur wenige Sekunden dauert. Es beruhigt mich zu lesen, dass es nicht weh tut. Nächste Woche habe ich meine erste Prostata-Untersuchung. Inzwischen lese ich gerne zum Thema, um einen besseren Überblick über den Ablauf zu bekommen. Danke für den Beitrag, sehr informativ!

  2. Hallo Florian, du brauchst wirklich keine Angst vor der Untersuchung zu haben. Sie dauert nur wenige Sekunden und verursacht überhaupt keine Schmerzen. Ich wünsche dir alles Gute! :-)

  3. Gut zu lesen, dass die Prostata-Untersuchung nur einige Sekunden dauert. Nächste Woche habe ich meine erste Untersuchung. Inzwischen informiere ich mich zum Thema, um einen besseren Überblick über den Ablauf zu erhalten. Dein Beitrag hat mich beruhigt, vielen Dank!

  4. Hallo Mario,
    ich habe mich auch mit dem Thema beschäftigt(en) müssen und kann dich bestätigen. Also man macht sich im Vorhinein viel mehr einen Kopf drüber, als letztendlich dann wirklich passiert. Kommt sicher auch auf den Arzt an, wie man sich versteht, welche Sympatie herrscht, aber bei mir war es sehr locker und die Untersuchung selbst war schneller vorbei als gedacht. Die Vorstellung ist unangenehm, klar…aber da speilt sich mehr im Kopf ab, als wirklich nötig.
    Geht zum Arzt, bzw. sucht euch einen guten Arzt! Vorsorge ist wichtig, auch für Männer!

  5. Oscar Albrecht

    Mein Urgroßvater hatte Prostatakrebs. Seit Jahren drücke ich mich vor der Untersuchung. Aber dank deinen Beitrag habe ich jetzt mehr Mut und werde zum Urologen gehen.

  6. Christopher Seidel

    Super geschriebener und informativer Artikel :-). Eine sehr gute Aufstellung. In diesen Blog werde ich mich noch richtig einlesen ?

  7. Eine Prostatauntersuchung sollte unbedingt gemacht werden. Gut, dass du hier so gut uns alle aufklärt. Ich muss auch noch zum Arzt dieses Jahr.

  8. Ich habe ganz andere Erfahrung gemacht. Bei mir hat die Tastuntersuchung der Prostata extreme Schmerzen verursacht. Ich konnte meine Schmerzenschreie nicht unterdrücken. Ohne Betäubung und vorheriger Einnahme eines starken Schmerzmittels würde ich die Tastuntersuchung nicht noch einmal machen.

  9. Dein Bericht ist wirklich sehr gut, dem kann ich voll zustimmen. Ich bin familiär vorbelastet mit Krebs, da bin ich in dem Thema schon etwas sensibel. Und es ist auch nicht weiter peinlich. Die meisten Frauen gehen ja schließlich auch regelmäßig zum Gynäkologen und steigen auf diesen speziellen Stuhl. Ich gehe regelmäßig zu dieser Untersuchung, in meinem Fall ist das eine Urologin. Da muss ich dieses Jahr noch hin. Auch in Zeiten von Corona sollte man sich von solchen wichtigen Terminen nicht abhalten lassen.

    Die Prostatauntersuchung mit dem Finger und zusätzlich noch mit Ultraschallsonde tut nicht weh, macht keine Schmerzen bei mir, es drückt nur etwas. Allerdings sollte man zusehen, dass man sich möglichst entspannt und nicht verkrampft. Meine Ärztin schafft mit ihrer lockeren Art, dass ich mich entspanne und wohl fühle, obwohl ich eine leichte Arztphobie habe.

  10. Hallo Celio, danke für deine Frage. Ich denke, dass du in der Regel mit dem Arzt alleine bist. Zumindest bei mir war es so.

  11. Stefan Hoegl

    Ich hatte, trotz regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen, ein frühzeitig erkanntes Prostatakarzinom verbunden mit einer urologischen Sepsis. Lasst Euch untersuchen, das ist wichtig für euer Leben. Die Untersuchung ist harmlos und dauert bei einem erfahrenen Urologen nur wenige Minuten. Und vor Erektionen keine Angst, das Ganze hat nicht wirklich was stimulierendes.

  12. Thomas Karbowski

    Gut zu wissen, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Prostatauntersuchung ab dem 45. Lebensjahr zahlen. Mein Onkel ist bereits 50 Jahre alt geworden. Da er nichts mehr für die Prostatauntersuchung selbst zahlen muss, besucht er mindestens einmal im Jahr einen Urologen.

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