Gay-Reisen Marokko: Tipps für schwule Urlauber

Gay-Reisen Marokko: Tipps für schwule Urlauber

Marokko ist ein kulturell vielfältiges Land. Einst war es war ein Magnet für schwule Menschen, als Homosexualität in Europa und Amerika noch verboten waren. Und auch heute ist das nordafrikanische Land noch immer ein Sehnsuchtsziel für schwule Reisende. Hier sind einige Dinge, die du vor Gay-Reisen nach Marokko wissen solltest.

Gay-Urlaub Marokko: Wie ist die gesetzliche Lage für Homosexuelle?

Man kann nicht drum herum reden: Homosexualität ist in Marokko illegal und wird mit bis zu 3 Jahren Gefängnis bestraft. Allerdings wird das diskriminierende Gesetz nur selten durchgesetzt, vor allem in touristischen Hotspots wie Marrakesch. Trotzdem solltest du auf den Austausch von Zärtlichkeiten mit anderen Männern in der Öffentlichkeit verzichten (dies gilt übrigens auch für heterosexuelle Paare). Dann ist die Wahrscheinlichkeit einer Gesetzesverletzung im Gayurlaub in Marokko äußerst unwahrscheinlich.

Von einer Legalisierung der Homosexualität ist Marokko jedoch leider weit entfernt. Im Gegenteil: Immer häufiger hört man, dass die Polizei die Zügel in den letzten Jahren sogar wieder deutlich angezogen hat.

Auch bei der Verwendung von Social-Media-Apps, um Kontakt mit einheimischen schwulen Männern aufzunehmen, solltest du vorsichtig sein. In den letzten Jahren gab es mehrere Fälle von Raub und Körperverletzung bei vermeintlichen Online Dates.

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Wie ist die Akzeptanz vomn LGBT-Menschen in der marokkanischen Bevölkerung?

Obwohl LGBT-Menschen in Marokko keine Seltenheit sind, ist die Akzeptanz von Schwulen und Lesben in der Bevölkerung sehr gering. Die Marokkaner erwarten immer noch, dass Männer Frauen heiraten und eine Familie gründen. Dies ist eines der Probleme, mit denen schwule Reisende bei Gesprächen mit Einheimischen schnell konfrontiert werden. Du solltest deine Homosexualität daher lieber für dich behalten.

In großen Hotelketten oder in Riads, die sich in ausländischem Besitz befinden, sollten LGBT-Touristen jedoch keine Probleme haben. Dort ist man an viele Arten von internationalen Gästen gewöhnt.

Wie in anderen arabischen Kulturen ist das Händchenhalten zwischen Männern auch in Marokko keine Seltenheit. Dies ist jedoch kein Zeichen von Homosexualität, sondern einfach ein Zeichen männlicher Freundschaft. Arabische Männer gehen mit ihrem besten Freund häufig Hand in Hand spazieren.

Und noch ein Hinweis zur Kleidung: Auch wenn die Temperaturen auf weit über 30°C steigen können, solltest du deine Knie und Schultern stets bedecken. Für eine Gay-Reise durch Marokko empfehle ich, leichte Hemden, Polos und Leinenhosen mit Knöpfen einzupacken. Tanktops solltest du höchstens am Hotelpool tragen.

Was müssen schwule Urlauber in Marokko beachten?
Was müssen schwule Urlauber in Marokko beachten?

Gay-Reisen Marokko: Welche Städte sind für schwule Männer geeignet?

Obwohl gleichgeschlechtliche sexuelle Aktivitäten in Marokko verboten sind, bedeutet das nicht, dass es in dem Land keine schwule Kultur gibt. Jedoch sind einige marokkanische Städte schwulenfreundlicher als andere. Das ideale Ziel für Gay-Reisen in Marokko ist Marrakesch. In den einst für ihre Toleranz bei schwulen Ausländern beliebten Städten Tanger und Agadir ist von der offenen Atmosphäre vergangener Zeiten leider nicht mehr viel übrig geblieben.

Bitte beachte: Der Druck der Armut bedeutet, dass viele junge Marokkaner schwulen Sex für Geld oder Geschenke in Betracht ziehen.

Gay-Szene Marrakesch: Tipps für schwule Urlauber

Marrakesch ist ein Hot-Spot der internationalen High-Society. Hier trifft sich der Jet-Set, westlicher Hedonismus trifft auf jahrhundertealte islamische Traditionen. In Marokko gibt es keine offiziellen Gay Clubs oder Bars. Doch in Marrakesch findest du einige Clubs, die durchaus als „gayfriendly“ bezeichnet werden können. Die wohl beliebteste Adresse für schwule Männer in Marrakesch ist das „Diamant Noir“. Der Laden ist unter der Woche fast vollständig in schwuler Hand. Doch es gibt noch weitere Treffpunkte für Gays in Marrakesch.

Gayfriendly Clubs in Marrakesch:

In der Avenue Mohammed V. im Stadtteil Gueliz findest du weitere Bars, die bei schwulen Männern sehr beliebt sind. Der Djemaa el Fna – der zentrale Marktplatz in Marrakesch – ist zudem eine beliebte Cruising Area. Zwischen all den Menschen, die sich dort allabendlich zum Essen und Flanieren treffen, tummeln sich auch viele Gays auf der Suche nach schwulem Sex.

Gay-Hotels gibt es in Marokko nicht. In Marrakesch findest du jedoch einige Gästehäuser, die als „gay friendly“ gelten. Häufig stammen die Besitzer aus westlichen Ländern und sind schwule oder lesbische Paare gewohnt.

Gay-Szene in Tanger

Tanger kann auf eine lange, schwule Tradition zurückblicken: In den späten 1940er und frühen 50er Jahren strömten schwule, amerikanische Literaten (darunter William S. Burroughs, Allen Ginsberg, Tennessee Williams, Jean Genet und Truman Capote) nach Tanger, um der konservativen Landschaft Amerikas zu entkommen. Die marokkanische Stadt war bekannt für einen tolerantem Umgang mit Sexualität und Drogen.

Von dieser Toleranz ist heutzutage leider nicht mehr viel übrig. Einzig die Bar „Tanger Inn“ erinnert noch an die schwulenfreundliche Vergangenheit der Stadt. Sie war einst ein beliebter Treffpunkt von Freidenkern und der oben erwähnten Schriftsteller. Trotzdem ist die Bar auch heute noch eine gute Wahl für LGBTQ-Reisende, die die nördliche Küstenstadt besuchen. Das Tanger Inn befindet sich im Hotel El Muniria.

Schwules Leben in Agadir

Agadir war bis vor 10-15 Jahren ein Eldorado für (ältere) Schwule. Heute ist die Stadt nur noch etwas für homosexuelle Insider, die die lokalen Verhältnisse besser kennen. Nächtliche Kontrollen in einschlägig bekannten Etablissements sind heute Routine. Mit unbekannten jungen Marokkanern irgendwohin zu gehen ist gefährlich und endet häufig in einem Debakel! Viele der früheren Gäste suchen ihr Glück mittlerweile woanders, zum Beispiel in Tunesien, Thailand oder Brasilien.

 

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