Wenige Tage vor dem geplanten Start wurde die Spartacus Gay Cruise 2026 abgesagt. Die Kreuzfahrt für homosexuelle Männer sollte am 9. Juni 2026 in Kiel beginnen und bis zum 14. Juni dauern. Grund dafür sind technische Probleme am Kreuzfahrtschiff „Vasco da Gama“.
Für viele Gäste, die bereits gebucht hatten, kam diese Nachricht sehr spät. Anstelle von Party auf See, Ostsee-Route und Kreuzfahrtstimmung bleibt nun nur die Absage. Besonders ärgerlich ist der Zeitpunkt der Absage: Weniger als eine Woche vor der geplanten Abfahrt waren Anreise, Urlaubstage und Vorfreude bei vielen Reisenden längst organisiert.
Technische Probleme an der „Vasco da Gama“
Das Schiff befindet sich seit mehreren Wochen in einer Werft im französischen Brest. Zunächst waren Arbeiten am Propeller auf der Steuerbordseite nötig. Danach wurde ein weiterer Defekt an einer Hauptmaschine festgestellt.
Nach einer Schadensanalyse zeigte sich, dass die Reparatur länger dauert als zunächst angenommen. Nicko Cruises erklärte, man habe verschiedene Optionen geprüft. Aus Gründen der Sicherheit und mit Blick auf das Reiseerlebnis sei die Absage jedoch notwendig geworden.
Das 1993 in Dienst gestellte Schiff bietet Platz für rund 1.000 Passagiere. Für die Spartacus Gay Cruise war die „Vasco da Gama” vollständig an den Veranstalter mCruise verchartert.
Schwule Ostsee-Kreuzfahrt fällt aus
Die Spartacus Gay Cruise 2026 sollte in Kiel starten. Ein Halt in Kopenhagen (Dänemark) war vorgesehen. Außerdem standen Danzig (Polen) und Rønne auf der dänischen Insel Bornholm auf dem Reiseplan.
Die Route hätte somit eine Mischung aus Städtereise, Seetag und schwuler Kreuzfahrt-Atmosphäre geboten. Für viele Gäste ist die Spartacus Gay Cruise nicht nur Urlaub, sondern auch ein Szene-Event auf See. Entsprechend groß war die Enttäuschung nach der kurzfristigen Streichung.
Auch weitere Kreuzfahrten betroffen
Nicht nur die Spartacus Gay Cruise wurde abgesagt. Auch die anschließende reguläre Kreuzfahrt der „Vasco da Gama” vom 14. Juni bis zum 2. Juli 2026 konnte nicht stattfinden. Die zusätzliche Zeit soll genutzt werden, um die Reparaturen an der Hauptmaschine abzuschließen.
Für die Reederei ist die Absage ein weiterer Rückschlag im Fahrplan der „Vasco da Gama“. Für die betroffenen Passagiere bedeutet sie vor allem eine kurzfristige Umplanung. Die gebuchten Gäste wurden nach Angaben der beteiligten Unternehmen über die Absage und das weitere Vorgehen informiert.
Spartacus Gay Cruise 2027 soll stattfinden.
Die Spartacus Gay Cruise 2026 ist damit endgültig vom Tisch. Auf der Website wurden die Informationen zur diesjährigen Seereise bereits entfernt.
Die nächste Spartacus Gay Cruise ist für 2027 geplant. Sie soll vom 15. bis 22. Oktober durch das Mittelmeer führen. Nach aktuellem Stand soll diese Reise unverändert stattfinden.
Für schwule Kreuzfahrtfans bleibt die Absage dennoch ein bitterer Moment. Die Spartacus Gay Cruise gehört zu den bekannteren Angeboten im deutschsprachigen Gay-Travel-Markt. Wenn eine solche Reise wenige Tage vor dem Start aus technischen Gründen gestrichen wird, dürfte das bei vielen Gästen noch länger für Frust sorgen.