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Die Externsteine im Teutoburger Wald besichtigen

Externsteine: Sehenswürdigkeiten im Herzen von Ostwestfalen-Lippe

Die Externsteine (und nicht Extersteine, wie ich als Kind immer gesagt habe) sind eine ca. 40 Meter hohe Felsformation im Teutoburger Wald. Sie befinden sich im Tal der Wiembecke bei Horn-Bad Meinberg in Lippe und gehören zu den bekanntesten Natur- und Kulturdenkmälern in Deutschland. Etwa 500.000 Besucher/-innen kommen jährlich zu den Externsteinen.

Was sind die Externsteine?

Auch wenn ich nur knapp eine Autostunde von den Steinen entfernt lebe, bin ich zuletzt als Kind dort gewesen. Auf der Suche nach einem spannenden Ausflugsziel in Nordrhein-Westfalen kamen wir daher auf die Idee, endlich mal wieder den Externsteinen einen Besuch abzustatten. Und der Ausflug hat sich gelohnt: Ich war wirklich fasziniert von der mystischen Atmosphäres des Ortes! Kein Wunder, dass die Online-Ausgabe des Magazins “Geo” die Externsteine zu den 15 märchenhaftesten Orten weltweit gekürt hat! Ihre Geschichte ist seit dem 16. Jahrhundert Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher, aber auch spekualtiver Theorien. Auch viele volkstümliche Legenden ranken sich um die Geschichte der Externsteine.

Der korrekte Name der Felsformationen lautet nicht "Extersteine", sondern Externsteine

Der korrekte Name der Felsformationen lautet nicht „Extersteine“, sondern Externsteine

Externsteine: Geologischer Ursprung

Um den Reiz der Externsteine zu verstehen, müssen wir zuerst einen Blick in die Vergangenheit werfen: Die Geschichte der Felsformation begann nämlich bereits vor ca. 130 Millionen Jahren. Zu diesem Zeitpunkt der Erdgeschichte grenzte das Meer des Niedersächsischen Beckens an das Münsterländer Festland. Am Meeresgrund bildeten sich Ablagerungen, die zu Sandstein verhärteten. Durch Verschiebungen der Erdkruste vor 80 Millionen Jahren stellten gewaltige Druckkräfte diese Sandsteinschichten senkrecht auf. Auf diese Weise entstand der Gebirgszug des Teutoburger Waldes, zu dem auch die Externsteine gehören. Über Millionen von Jahren spülten die Quellbäche den Gebirgszug aus und ließen die Externsteine als isolierte Gruppe zurück. Auch das Gletschereis der Eiszeiten formte die Felsen, wie wir sie in ihrer heutigem Form kennen.

Touristisches Ausflugsziel im Teutoburger Wald

Heutzutage sind die Externsteine ein beliebtes Ausflugsziel im Teutoburger Wald (wer mehr über die Geschichte dieser Region erfahren möchte, kann sich übrigens die Serie „Barbaren“ auf Netflix anschauen). Die markante, rund 40 Meter hoch aufragende Felsformation befindet sich im Tal der Wiembecke bei Horn-Bad Meinberg in Lippe. Sie zählt zu den bekanntesten Natur- und Kulturdenkmälern Deutschlands. Bereits um das Jahr 1837 ließ Fürstin Pauline zu Lippe infolge des aufkommenden touristischen Interesses Renovierungsmaßnahmen an der Felsformatiomn durchführen. Zu der Zeit wurde auch der Stauteich angelegt.

Was viele Besucher nicht wissen: Am Fuß der Externsteine befinden sich drei künstliche Grotten, die miteinander verbunden sind. Es wird vermutet, dass diese Räume im 16. Jahrhundert sogar von Einsiedlern bewohnt wurden. Eine weitere Besonderheit ist das etwa 900 Jahre alte, riesige Relief der Kreuzabnahme Christi an der Außenseite des Grottenfelsens. Dieses gilt für viele Menschen als das bedeutendste christliche Steinrelief nördlich der Alpen.

Ein Besuch der Externsteine lässt sich übrigens wunderbar mit einer Besichtigung des Hermannsdenkmals kombinieren. Auch das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica ist nicht weit entfernt. Hier findest du die schönsten Ausflugstipps in Ostwestfalen-Lippe.

Die Externsteine sind ein beliebtes Ausflugsziel

Die Externsteine sind ein beliebtes Ausflugsziel

Externsteine besichtigen

Am schönsten ist natürlich der Ausblick von oben: Für einen Betrag von 4,00 Euro pro Erwachsener und 2,00 Euro pro Kind können die Externsteine sogar bestiegen werden. Eine in Stein geschlagen Treppe ermöglicht den Aufstieg zu einer Aussichtsplattform.

Der Besuch der Steinformationen lässt sich wunderbar mit einem Spaziergang in dem umliegenden Naturschutzgebiet kombinieren. Meine Lieblingszeit für einen Besuch der Extersteine ist der Herbst, wenn die Bäume des Waldes rund um die Externsteine in den schönsten Gelb- und Rottönen leuchten.

Im Jahr 2011 wurd das moderne Infozentrum eröffnet.  Es vermitteln den Besuchern interessante Informationen zur Natur- und Kulturgeschichte der Externsteine. Auf einer Fläche von 200 Quadratmeter zeigen zehn Stationen den aktuellen Wissensstand der archäologischen, kulturgeschichtlichen und naturkundlichen Forschungen. Chronologische Schlaglichter und Modelle erläutern auf Deutsch und auf Englisch die wichtigsten Ereignisse im Laufe der Zeit.

„Medialea X“: Herzstück des Besucherzentrum der Externsteine

„Medialea X“: Herzstück des Besucherzentrum der Externsteine

Das Herzstück der Ausstellung bildet das „Mediale X“. Hier werden Besuchern in interaktiver Form spannende Infos, Animationen, Fotografien und Filme präsentiert. In einem weiteren Raum informieren Filme über die Naturwelt rings um die Externsteine sowie das einzigartige Relief der Kreuzabnahme. Diese wurde im Mittelalter von Bildhauern in die Felsen gearbeitet. Es handelt sich dabei um ein Kunstwerk von europäischem Rang.

Auch interessant:

  • Die naturschutzfachliche Betreuung der Flächen wird durch die Forstverwaltung des Landesverbandes Lippe, die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Lippe und die Biologische Station Lippe durchgeführt.
  • Die Biologische Station Lippe veranstaltet auch regelmäßig Führungen im Gebiet.
  • Die Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien e.V. hat die Zertifizierung “Nationales Geotop” für die Externsteine im Jahr 2017 bestätigt.

Externsteine als mythischer Kraftort

Beeindruckende 80 Millionen Jahre alt, von Gletschern der Eiszeit geformt: Für viele Menschen sind die Externsteine auch ein mythischer Kraftort. Zur Sommersonnenwende und zur Walpurgisnacht treffen sich hier Esoteriker, (selbsternannte) Hexen, Druiden, keltische und germanische Glaubensgemeinschaften zu gemeinsamen Feiern.

Die Nacht vom 20. zum 21. Juni ist die kürzeste des Jahres. Nach alter Mythologie öffnen sich an diesem Tag die Tore zur Anderswelt: Feen, Trolle und andere Naturgeister kommunizieren dann auf energetischer Basis mit den Menschen. In dieser Nacht sind die Externsteine ein beliebter Treffpunkt für spirituell veranlagte Personen. Jedoch wurden diese Zusammenkünfte in den letzten Jahren zu ausschweifendes Partys, mit betrunkenen Menschen, Zerstörung der Natur und Umweltverschmutzung. Daher beschloss der Landesverband Lippe im Jahr 2010, dagegen vorzugehen. Folgendes ist seitdem an den Externsteinen verboten:

  • Offene Feuer
  • Zelten
  • Grillen
  • Alkoholkonsum

Spiri­tuell inspirierte und friedlich feiernde Menschen sind dort aber nach wie vor herzlich willkommen.

 

 

 

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