Reiseziele für bisexuelle Männer sind nicht so leicht zu finden, wie man denkt. Denn nicht jeder angeblich offene Urlaubsort bietet tatsächlich die gewünschten Kontaktmöglichkeiten. Einige Destinationen haben eine starke Schwulenszene, sind für gemischte Konstellationen jedoch weniger passend. Andere sind stark von heterosexuellen Swingerpaaren geprägt und für alleinreisende Bi-Männer eher ungeeignet.
Es gibt aber durchaus Ziele, die für bisexuelle Männer besonders spannend sind. Entscheidend ist, was man selbst sucht. In diesem Artikel verrate ich dir die besten Tipps!
Die drei Arten von bisexuellen Urlaubern
Bevor ich euch die besten Reiseziele für bisexuelle Männer vorstelle, müssen wir noch kurz klären, welche Bi-Typen es gibt. Denn Männer, die im Urlaub sowohl andere Männer, als auch Frauen treffen möchten, reisen nicht alle mit denselben Erwartungen:
- Da wäre zum einen der Single, der im Urlaub offen daten möchte und sich sowohl zu Männern als auch zu Frauen hingezogen fühlt. Für ihn steht meist das Kennenlernen im Vordergrund, oft verbunden mit Flirts, Erotik und dem Wunsch nach möglichst vielen Möglichkeiten.
- Dann gibt es den verheirateten bisexuellen Mann, der zusammen mit seiner toleranten Ehefrau verreist und mit ihrem Wissen und Einverständnis auch Männern begegnen möchte – manchmal auch mit gemeinsamen erotischen Erfahrungen.
- Schließlich gibt es noch den verheirateten bisexuellen Mann, der zwar mit seiner Frau in den Urlaub fliegt, seine Begegnungen mit Männern aber lieber geheim halten möchte.
Diese drei Typen haben völlig unterschiedliche Bedürfnisse – und genau deshalb passt auch nicht jedes Reiseziel zu jeder Konstellation.
Welche Reiseziele sind für bisexuelle Männer am besten geeignet?
Möchtest du während in der schönsten Zeit des Jahres flirten, Clubnächte erleben, sexuelle Freiheit genießen oder einfach das gute Gefühl haben, in einem toleranten Umfeld unterwegs zu sein? Ich stelle dir die besten Urlaubsorte für bisexuelle Männer vor!
Gran Canaria: Der Urlaubsklassiker für bisexuelle Männer

Gran Canaria gehört seit Jahrzehnten zu den spannendsten Reisezielen für bisexuelle Männer. In Playa del Inglés erwartet sie eine frivole Mischung aus klassischem Badeurlaub, einer großen Schwulenszene und sexueller Offenheit. Genau diese Mischung macht die zu Spanien gehörende Kanareninsel so interessant.
Das Herzstück der Gay-Szene ist das Yumbo Centre. Dort reiht sich Bar an Bar. Hinzu kommen zahlreiche Sex Clubs und Gaysaunen, um andere Männer kennenzulernen. Gleichzeitig ist Gran Canaria aber kein reines Schwulenreiseziel. Wer genauer hinschaut, merkt schnell, dass sich auf der Insel ganz unterschiedliche Milieus überschneiden.
In den Dünen von Maspalomas gibt es die bekannte Cruising Area, in der nicht nur schwule Männer, sondern auch viele Swingerpaare unterwegs sind. Auch am Strandkiosk 6 (früher oft Kiosk 4) treffen sich viele tolerante Paare. Hinzu kommen die zahlreichen Swingerclubs in Playa del Inglés, insbesondere im C.C. Cita, die bei Nachtschwärmern beliebt sind.
Gerade deshalb ist Gran Canaria nicht nur für Singles, sondern auch für bisexuelle Männer, die mit einer aufgeschlossenen Ehefrau reisen, gut geeignet. Tagsüber kann man ganz normal Strandurlaub machen, abends bietet das Nachtleben vielfältige Möglichkeiten. Kaum ein anderes Reiseziel in Europa verbindet die schwule Szene, das Swinger-Umfeld und touristische Normalität so unkompliziert wie diese Insel.
Thailand: Direkt, aber wenig romantisch

Thailand ist ein ganz eigener Fall. Wenn es nur darum geht, unkompliziert Männer und Frauen kennenzulernen, dürfte es kaum ein einfacheres Reiseziel geben, als das südostasiatische Land. In Urlaubsorten wie Pattaya, Phuket und Bangkok ist fast alles möglich – und das ohne lange Anlaufzeit. Die Hürden sind niedrig, die Szene ist groß und sexuelle Kontakte lassen sich deutlich unkomplizierter anbahnen als in vielen westlichen Ländern.
Man sollte sich allerdings nichts vormachen: Thailand ist stark vom käuflichen Sex geprägt. Das macht das Land nicht automatisch uninteressant, aber man sollte sich dessen bewusst sein. Für romantische Urlaubsfantasien oder ein entspanntes Kennenlernen auf Augenhöhe ist Thailand nicht die beste Wahl.
iThailand vor allem für alleinreisende Bi-Männer spannend, die während des Urlaubs viel erleben möchten und mit dieser Form der Offenheit kein Problem haben.
Berlin: Freiheit, Clubs und sehr viele Grautöne

Berlin hat eine riesige Schwulenszene. Es gibt aber auch viele Locations, in denen die Grenzen zwischen schwul, bi, hetero, trans, kinky, neugierig und experimentierfreudig verschwimmen.
Klassische schwule Bars, Darkrooms, Fetischpartys und sexpositive Events gehören hier ebenso zum Bild wie Clubs, in denen Männer und Frauen gemeinsam feiern. Sexuelle Offenheit wird dabei oft ganz selbstverständlich mitgedacht. Der KitKatClub oder das Berghain sind die bekanntesten Beispiele dafür. Dort treffen sehr unterschiedliche Menschen aufeinander, die gemeinsam ihre Sexualität ausleben. Genau das macht die Hauptstadt von Deutschland für bisexuelle Männer so reizvoll. Man bewegt sich nicht in einer starren Szene, sondern in einem Umfeld, in dem vieles nebeneinander existieren darf.
Berlin eignet sich sowohl für bisexuelle Singles als auch für Paare. Wer allein reist, findet schnell Anschluss. Wer mit seiner Partnerin unterwegs ist, fällt nicht aus dem Rahmen. Gleichzeitig ist Berlin jedoch kein klassisches Urlaubsziel mit Strand und Sonne. Wer jedoch Freiheit, ein ausschweifendes Nachtleben und sexuelle Vielfalt sucht, ist hier genau richtig.
Hedonism II auf Jamaika – perfekt für alle, die offen reisen möchten.
Das Hotel Hedonism II in Negril ist kein Ort für subtile Andeutungen. Wer hier bucht, weiß in der Regel ziemlich genau, worum es geht. Das Resort ist seit Jahren für seinen freizügigen Charakter bekannt. Die Kleinstadt im Westen Jamaikas ist für ihre kilometerlangen Sandstrände mit seichten Buchten und türkisfarbenem Wasser bekannt.
Für bisexuelle Männer sind besonders die speziellen Bi-Wochen interessant, die meist im Oktober und im Frühjahr stattfinden. Dabei treffen sich bisexuelle und bi-neugierige Paare und Singles, die einen luxuriösen, aufgeschlossenen und sexuell befreienden Urlaub suchen. Von Themenpartys bis zu Poolpartys zum Thema Bi gibt es immer etwas Aufregendes zu erleben.
Aber auch für private Aktivitäten mit anderen bisexuellen Personen in einer sicheren und entspannten Umgebung ist gesorgt.
Im Mittelpunkt stehen Spaß, Freundschaft und Freiheit. Egal, ob du mit einem Partner oder allein teilnimmst: Die Bi-Week im Hedonism II bietet dir die Möglichkeit, du selbst zu sein und die Freiheit sexueller Entdeckungen zu erleben.
Cap d’Agde: Libertine Atmosphäre mit viel Toleranz
Cap d’Agde ist vor allem bei heterosexuellen Swingerpaaren bekannt. Es wäre jedoch zu kurz gedacht, den französischen Badeort am Mittelmeer nur auf diese Schiene zu reduzieren.
Das berühmte Village Naturiste hat eine sehr offene, tolerante und stark libidinöse Atmosphäre, die in Europa ziemlich einzigartig ist. Dort treffen ganz unterschiedliche Lebensstile aufeinander. Das macht den Ort auch für bisexuelle Personen und Paare interessant. Solange man respektvoll miteinander umgeht, schaut niemand groß hin. Diese Selbstverständlichkeit ist einer der größten Pluspunkte.
Für bisexuelle Männer, die mit einer Frau reisen, kann Cap d’Agde besonders gut funktionieren. Die Umgebung ist an sexuelle Vielfalt gewöhnt, auch wenn sie nicht primär von schwulen Männern geprägt ist. Alleinreisende Männer sollten allerdings bedenken, dass der Ort stark paarorientiert ist. Trotzdem kann die allgemeine Offenheit dafür sorgen, dass man sich dort freier fühlt als an vielen klassischen Ferienorten.
Praktische Tipps für den Bi-Urlaub
Bei einem Bi-Urlaub sind nicht nur das Reiseziel, sondern auch die Absprachen vor dem Abflug wichtig. Viele Probleme entstehen nicht erst im Urlaub, sondern bereits dann, wenn Erwartungen unausgesprochen bleiben.
Wer allein reist, sollte sich deshalb ehrlich fragen: Was genau suche ich eigentlich? Geht es um lockere Flirts, um Sex oder einfach um das Gefühl, an einem offenen Ort frei zu sein? Wer als Paar verreist, sollte diese Fragen nicht für sich behalten. Denn je klarer vorab besprochen ist, was gewünscht ist und was nicht, desto entspannter wird die Reise.
Apps und Internet-Plattformen

Wer als Mensch, der sich zu Männern und Frauen hingezogen fühlt, unterwegs ist, braucht nicht nur ein passendes Reiseziel, sondern auch ein gutes Gespür für Situationen.
Bei Apps und Internet-Plattformen lohnt es sich, je nach Reiseziel und eigener Absicht zu unterscheiden. So nutzt ein Bi-Mann, der Männer kennenlernen möchte, oft andere Apps als jemand, der gemischte Kontakte, Frauen oder auch Paare sucht.
Für klassische Dates eignen sich eher breit aufgestellte Plattformen wie Tinder und poppen.de, während spezialisierte Homo-Apps wie Gayromeo und Grindr oft schneller und direkter funktionieren. Es ist sinnvoll, das Profil vor der Reise sorgfältig zu formulieren und deutlich zu machen, ob man allein reist, als bisexueller Single unterwegs ist, als Ehepaar verreist oder diskret bleiben möchte. Wer mag, kann auch Begriffe wie bi, bicurious, heteroflexibel, homoflexibel oder queer verwenden. So spart man sich Missverständnisse.
Geeignete Unterkünfte
Wer einfach einen normalen Urlaub verbringen möchte, ist mit einem gut gelegenen Hotel oft besser beraten als mit einem sehr abgelegenen Resort. In Städten oder Ferienorten mit Szene kann es praktisch sein, in der Nähe von Bars, Clubs oder Strandabschnitten zu wohnen.
Für bisexuelle Paare, verheiratete bisexuelle Männer mit toleranter Ehefrau oder reisefreudige Menschen, die sich für Männer und Frauen interessieren, können Adults-only-Hotels oder Swinger-Resorts interessant sein.
Szeneorte erkennen
Szeneorte zu erkennen, ist nicht immer so einfach, wie viele denken. Manchmal ist sofort klar, dass eine Bar, ein Strandabschnitt oder ein Club ein queerer Treffpunkt ist. Oft sind die Signale aber subtiler.
Wiederkehrende Flaggen, ein auffällig gemischtes oder männlich dominiertes Publikum, bestimmte Dresscodes oder gänzlich unbekleidete Menschen können erste Anzeichen sein.
Trotzdem sollte man sich nicht allein auf Klischees verlassen. Nicht jeder Ort mit Regenbogenflagge ist ein erotischer Treffpunkt. Oft ist ein wenig Beobachtung vor Ort verlässlicher als jede Vorabrecherche.
Verhalten in konservativen Ländern

In Ländern mit einem konservativen Umfeld ist das Verhalten besonders wichtig. Dies gilt nicht nur für muslimische Urlaubsländer wie zum Beispiel Ägypten, Tunesien oder Dubai, sondern auch für einige europäische Länder wie Italien.
Nur weil ein Hotel ein internationales Publikum hat oder ein Ort als Urlaubsdestination beliebt ist, heißt das noch lange nicht, dass überall Toleranz gepredigt wird. Für bisexuelle Männer, queere Reisende oder Menschen, die nicht in klassische Kategorien passen, kann Diskretion dort nicht nur eine Stilfrage sein, sondern eine Frage der Sicherheit.
Öffentlich zur Schau gestellte Zärtlichkeiten, sehr direkte Flirts oder eindeutige Profile in Dating-Apps können schnell riskant werden. Wer in solchen Regionen reist, ist mit einem zurückhaltenden Auftreten besser beraten.
Gesundheit, Safer Sex und Respekt

Ein weiterer wichtiger Punkt ist Gesundheit, Safer Sex und Respekt. Gerade im Urlaub sind viele Menschen spontaner als zu Hause – oft unter Alkoholeinfluss. Das kann schön sein, verlangt aber auch Verantwortungsgefühl. Kondome, Gleitgel und ein realistischer Blick auf Risiken gehören deshalb ins Gepäck, wenn erotische Kontakte Teil der Reise sein könnten.
Gleichzeitig sollte man private Informationen nicht sofort preisgeben. Gerade im Urlaub ist es klüger, erst einmal zurückhaltend mit dem Hotelnamen, der Zimmernummer oder sehr persönlichn Details umzugehen.
Ebenso wichtig ist der respektvolle Umgang mit anderen. Nicht jeder, der flirtet, sucht dasselbe und nicht jedes Paar ist offen für dieselben Erfahrungen. Wer aufmerksam bleibt, Grenzen respektiert und ehrlich kommuniziert, erlebt meist nicht nur die besseren, sondern auch die entspannteren Begegnungen.
