Elbsandsteingebirge: Ausflug zur Bastei Sächsische Schweiz

Elbsandsteingebirge: Bastei & Felsenburg Neurathen (Sächsische Schweiz)

Das Elbsandsteingebirge ist ein Mittelgebirge in Sachsen (Deutschland) und Nordböhmen (Tschechien). Der deutsche Teil wird als Sächsische Schweiz, der tschechische als Böhmische Schweiz bezeichnet. Eigentlich hatten mein Mann und ich uns geschworen, aufgrund der zahlreichen fremdenfeindlichen Übergriffe in dem Bundesland niemals einen Fuß auf sächsische Boden zu setzen. Da aufgrund der Corona-Situation die Möglichkeit von Auslandsreisen stark eingeschränkt waren, entschlossen wir uns doch für einen Kurzurlaub in Dresden. Denn vor über 20 Jahren – kurz nach der deutschen Wiedervereinigung – war ich schon einmal im Rahmen einer Klassenfahrt in Dresden. Dabei haben wir mit unserer Klasse bereits eine Wanderung durch das Elbsandsteingebirge unternommen. Daher wusste ich, dass die Schönheit der Landschaft meinen Gatten begeistern würde.

Bastei & Felsenburg Neurathen: Ausflug in die Sächsische Schweiz

Die Bastei in der Nähe von Rathen hatten wir damals auf unserer Schulwanderung im Elbsandsteingebirge nicht besucht. Ich erinnere mich jedoch noch gut an die markanten Felsformationen und herrlichen Ausblicke. Für neue Reiseziele lasse ich mich außerdem gerne auf Instagram inspirieren. Dort hatte ich viele traumhafte Fotos der Basteibrücke gesehen. Daher beschlossen wir, während unserer Städtereise nach Dresden auch einen Ausflug zu dieser einzigartigen Sehenswürdigkeit zu unternehmen. Von der Elbmetropole aus ist die Sächsische Schweiz mit dem Auto bequem in knapp einer Stunde zu erreichen.

Die direkte Zufahrt zur Bastei ist nur für Reise- und Linienbusse, Hotelgäste (direkt neben der Bastei gibt es nämlich ein Hotel!), den Lieferverkehr und Schwerbehinderte erlaubt. Wir fuhren durch die Orte Lohmen und Hohnstein und parkten unser Auto auf dem drei Kilometer entfernte Parkplatz an der Erlebniswelt SteinReich. Von dort aus fahren Pendelbusse zur Bastei. Wir hatten jedoch Lust auf eine kleine Wanderung und gingen daher die drei verbleibenden Kilometer zu Fuß. Die Strecke ist nicht besonders spektakulär oder anspruchsvoll. Der Fußweg führt direkt neben der Straße durch den Wald. Doch die Bewegung tat uns gut. Zum Glück war es an diesem Tag nicht so warm! Nach etwa 30-minütigem Fußweg erreichten wir die Bastei.

Übrigens: Wenn du kein Auto hast, kannst du die Bastei auch ganz unkompliziert mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen: Die Busline 237 verkehrt zwischen Pirna und Sebnitz mit Halt an der Bastei. An Wochenenden und Feiertagen gibt es weitere Busverbindungen ab Bad Schandau (Linie 253/237). Wenn du ganz viel Zeit hast, kannst du aber auch eine richtige Wanderung unternehmen! Beliebte Wanderrouten führen von Wehlen, Rathen oder Bad Schandau hinauf zu der Felsformation. Für ungeübte Wanderer eignet sich die Wandertour von Rathen aus am besten – sie dauert nur 15-20 Minuten!

Die Bastei befindet sich in einer Höhe von 200 Metern über der Elbe und dem Luftkurort Rathen. Die berühmte Basteibrücke wurde im Jahr 1851 als Steinbrücke gebaut. Sie hat eine Länge von 76,50 Metern. Ihre sieben Steinbögen thronen fast 50 Meter über eine Schlucht. Glücklicherweise hielt sich die Besucherzahl – vermutlich auch wegen Corona, außerdem waren noch keine Sommerferien – bei unserem Besuch in Grenzen. Zwar hatten wir die Bastei nicht gerade für uns alleine, doch konnte man zumindest relativ ungestört und in Ruhe Fotos machen.

Elbsandsteingebirge: Die Bastei bietet viele tolle Aussichtspunkte & Fotomotive
Elbsandsteingebirge: Die Bastei bietet viele tolle Aussichtspunkte & Fotomotive

Die Basteibrücke ist wohl das bekannteste Fotomotiv der Anlage. Über weitere Brücken und Treppen gelangt man jedoch auf viele weitere Felsen und Vorsprünge. Mehrere Aussichtsplattformen offenbaren immer wieder neue Blickwinkel auf die Brücke, das Elbsandsteingebirge und die Elbe, die sich hier in einem breiten U um die Felsen windet. Wenn du die Bastei besuchen möchtest, solltest du auf jeden Fall schwindelfrei sein.

Mitten in den Basteifelsen befindet sich übrigens noch eine weitere Sehenswürdigkeit: Die Ruine der mittelalterlichen Felsenburg Neurathen. Während die Brücke und die Felsen frei zugänglich, musst du für die Felsenburg zwei Euro Eintritt bezahlen. Die Burg ist eher unspektakulär: Da ihre Bauten überwiegend aus Holz bestanden, sind heute nur noch die ausgehauenen Räume, Durchgänge, die Zisterne und die Balkenauflager der einstigen Felsenburg erhalten.

Nachdem wir die Basteifelsen und die Burg aus allen Winkeln inspiziert und fotografiert hatten, wanderten wir wieder zurück zu unserem Auto.

Lohnt sich ein Ausflug ins Elbsandsteingebirge?

Landschaftlich ist das Elbsandsteingebirge sicherlich eine der schönsten Regionen in Deutschlands, ein Paradies für Wander- und Naturliebhaber. Wer seinen Alltag durch einen Wanderurlaub entschleunigen und bizarre Felsformationen sowie verschlafenen Dörfer entdecken möchte, ist hier genau richtig. Eine Reise ins Elbsandsteingebirge mutet wie ein Trip in die Vergangenenheit an. Leider beschränkt sich dieses Gefühl nicht nur auf Wanderstimmung: Auch politisch hat das Gestrige in dieser Region Hochkonjunktur. Die Sächsische Schweiz ist nämlich fest in der Hand der Alternative für Deutschland: 35,5 Prozent der Wähler haben hier für die AfD gestimmt.

Bastei Sächsische Schweiz: Ausblick auf die Elbe
Bastei Sächsische Schweiz: Ausblick auf die Elbe

All dies habe ich im Hinterkopf, während ich die herrliche Aussicht über die Elbe und die mystischen Bergformen, die eher an UFO-Landeplätze erinnern, schweifen lassen. Ein Großteil der Menschen, die ich während unserer Fahrt durch die Dörfer gesehen habe, sind vermutlich Nazis. Die Stadt Pirna gilt als Hochburg der organisierten Naziszene in der Sächsischen Schweiz. Dort finden auch sogenannte “Hygiene-Demos” – Proteste gegen die Corona-Beschränkungen – statt. Man kann es nicht anders sagen: Wir befinden uns hier mitten im sprichwörtlichen Dunkeldeutschland.

Warum wir trotzden in eine solche Region reisen? Es ist die Hoffnung, die Region durch unseren Besuch (und Millionen anderer Touristen) ein wenig weltoffener gestalten zu können. Diese Hoffnung ist jedoch eigentlich nur mein moralisches Feigenblatt: Nur wenige Wochen nach unserem Ausflug ins Elbsandsteingebirge berichtet sogar die BILD-Zeitung über uniformierte Mädchengruppen mit rechten Symbolen, die beim Wandern in Rathen in der Sächsischen Schweiz gesichtet wurden.

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