San Francisco beendet Gaysauna-Verbot

Kaum zu glauben, aber wahr: Fast vier Jahrzehnte war es in San Francisco verboten, eine schwule Sauna zu betreiben. Doch das Gaysauna-Verbot soll nun aufgehoben werden!

Das Gesundheitsamt der Stadt hat die Beschränkungen aufgehoben, die solche Gaysaunen seit Mitte der 1980er Jahre davon abhielten, in der LGBT-freundlichen Metropole zu eröffnen. Bei dem Verbot handelt sich sich um ein Erbe aus dem Höhepunkt der AIDS-Epidemie. Badehäuser in San Francisco durften daher keine privaten Räume mit verschlossenen Türen haben. Zudem musse das Geschlecht ihrer Gäste überwacht werden. Diese Vorschriften führten bei ihrer Inkraftsetzung zu einem De-facto-Verbot von schwulen Saunen in San Francisco.

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Kein Gaysauna-Verbot mehr in San Francisco

„Es ist gerade jetzt symbolisch bedeutsam. Ob es vor Ort von Bedeutung ist, hängt davon ab, ob Unternehmer mit der Vision und den finanziellen Kapazitäten und dem Geschick, eine davon zu eröffnen und zu betreiben“, sagte Rafael Mandelman, Schwuler Bezirks-Supervisor über die Aufhebung der alten Badehausregeln.

Doch der Besuch einer Gaysauna in San Francisco wird vermutlich nicht so unkompliziert, wir wir es aus Deutschland und anderen Ländern gewöhnt sind: Ein dreiseitiges Dokument mit dem Titel „Minimum Standards for Operation of Sex Clubs, Commercial Sex Venues and Parties“ mit Badehausregeln beschreibt verschiedene sexuelle Aktivitäten, die Risiken für die Übertragung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten bergen, von denen Besucher der Veranstaltungsorte abgeraten werden sollten.

  • In den Regeln sind unter anderem Anal- und Vaginalverkehr ohne Kondom und Fisting ohne Latexhandschuh aufgeführt.
  • Gut sichtbare Schilder an den Eingängen und in den Veranstaltungsorten, die die Besucher auf Aktivitäten hinweisen, die ein Risiko für HIV und sexuell übertragbare Krankheiten darstellen, müssen in Englisch, Chinesisch, Spanisch und Tagalog angebracht werden.
  • Die Besucher müssen schriftlich erklären, dass sie sich an die ausgehängten Regeln bezüglich verbotener sexueller Aktivitäten im Veranstaltungsort halten und über die Folgen einer Nichteinhaltung der ausgehängten Regeln informiert werden.
  • Kunden müssen einen gültigen Ausweis vorlegen, aus dem hervorgeht, dass sie 18 Jahre oder älter sind.
  • Personen, die offensichtlich betrunken sind oder unter dem Einfluss von Substanzen stehen, ist der Zutritt nicht gestattet.
  • Die Regeln verbieten auch den Verkauf oder Konsum von Alkohol oder anderen Substanzen in den Veranstaltungsorten. Die gleichen Verbote gelten für jeden, der einen Veranstaltungsort für eine private Feier vermietet.
  • Die Regeln verbieten Sex gegen Geld oder freien Eintritt in die Veranstaltungsorte, die erforderlich sind, um zu jeder Zeit zwei Mitarbeiter zu haben.
  • Die Veranstaltungsorte müssen Safer-Sex-Materialien wie Gleitmittel und Kondome kostenlos zur Verfügung stellen. In Betrieben mit abgeschlossenen Räumen müssen solche Materialien in jedem Raum vorrätig sein.
  • Und all diese Unternehmen müssen ihren Kunden Waschgelegenheiten zur Verfügung stellen, in denen sie Zugang zu fließendem heißem und kaltem Wasser, Flüssigseife, Händedesinfektionsmittel und Papierhandtüchern haben.

„Die folgenden Mindeststandards für den Betrieb von Sexclubs, kommerziellen Sexlokalen und Partys sollen sicherstellen, dass diese Lokale ihren Gästen eine sichere Umgebung bieten und nicht zur Verbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten (STDs) und dem Humanen Immunschwächevirus beitragen ( HIV) in San Francisco“, heißt es in dem Dokument.

Viele der schwulen Saunen in San Francisco befanden sich im Viertel South of Market an oder in der Nähe der Folsom Street. In den 1970er Jahren befanden sich in der Gegend so viele schwulenbezogene Veranstaltungsorte, von Gaysaunen und Sexclubs bis hin zu Bars und Geschäften für Lederfetischisten, dass sie als Miracle Mile bekannt war. Aber die AIDS-Epidemie führte zur Verkleinerung des Korridors, wobei in den letzten Jahrzehnten Sanierungswellen das LGBTQ-Angebot weiter verringerten. Heute hat sich SOMA von einem stark industriell geprägten Gebiet zu einem boomenden Wohnviertel entwickelt.

Die Wiedereröffnung traditioneller schwuler Badehäuser könnte den Führern des Leder- und LGBTQ-Kulturviertels der Region einen Schub geben, wenn sie versuchen, das Viertel als LGBTQ-Enklave zu erhalten. Die Stadt San Francisco ebnet den Weg

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