Griechenland legalisiert Homo-Ehen

In einer historischen Abstimmung hat das griechische Parlament die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert. In einer intensiven Sitzung stimmten 176 der 300 Abgeordneten für den Gesetzentwurf, der von der Linken, der Neuen Linken und den Sozialdemokraten unterstützt wurde. Gegen den Widerstand der griechisch-orthodoxen Kirche, die traditionell enge Beziehungen zur konservativen Partei Nea Dimokratia unterhält, wurde der Gesetzentwurf angenommen. Die Kirche hatte zuvor eine namentliche Abstimmung gefordert, um Druck auf die Abgeordneten auszuüben, doch das Gesetz wurde dennoch verabschiedet.

Politische Spaltung und Opposition

Mit den Inseln Mykonos und Lesbos liegen zwei der beliebtesten Reiseziele der LGBT-Community in Griechenland. Auf der politischen Bühne des Landes kam es zu jedoch einer Spaltung, als Premierminister Kyriakos Mitsotakis, der für seinen liberalen Flügel innerhalb der konservativen Nea Dimokratia bekannt ist, sich den Gegnern der Legalisierung entgegenstellte.

An der Spitze der Opposition stand Antonis Samaras, ehemaliger Premierminister und prominentes Mitglied des rechten politischen Lagers. Die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen in Griechenland ist ein bedeutender Wandel in einer überwiegend orthodox geprägten Gesellschaft und ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung.

Rechtliche Lücken und Einschränkungen

In Griechenland gibt es trotz rechtlicher Fortschritte immer noch Lücken in Bezug auf die vollen Rechte gleichgeschlechtlicher Paare. Das kürzlich verabschiedete Gesetz ermöglicht zwar die Eheschließung für alle, Ungleichheiten bei der Elternschaft bestehen jedoch fort. Insbesondere alleinstehenden Männern, Homosexuellen, Transgendern und Intersexuellen wird der Zugang zu reproduktionsmedizinischen Verfahren verwehrt.

Kontroverse um Transgender-Rechte

Bemerkenswert ist auch die nicht revidierte Klausel, die es Transgendern verbietet, ihren Namen und ihr Geschlecht in offiziellen Dokumenten wie der Geburtsurkunde zu ändern. Diese gesetzlichen Einschränkungen verwehren bestimmten Gruppen das Recht, ihre Identität und Familie frei zu gestalten. Der griechische Premierminister lehnte Änderungen ab, um Griechenland nicht zu einem „europäischen Experiment“ zu machen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert