Lesbische, schwule, bisexuelle, transgender, intersexuelle und queere Touristen können auf Reisen ins Ausland auf besondere Herausforderungen treffen. Denn leider gibt es noch immer viele Länder, deren Gesetze die Sicherheit von LGBT-Menschen erheblich beeinträchtigen. Doch in welchen Ländern ist Homosexualität illegal?
Länder, in denen Homosexualität illegal ist
In mehr als 70 Ländern gilt Homosexualität bis heute als ein Verbrechen. Homosexuellen Menschen drohen dort schwere Strafen, in einigen Staaten sogar die Todesstrafe. Zu den Ländern, in denen Homosexualität verboten ist, zählen sogar Reiseziele, die bei deutschen Urlaubern sehr beliebt sind. Ich habe eine Liste aller Länder, in denen Homosexualität verboten ist, zusammengestellt. Die Tabelle enthält außerdem Informationen über Höchststrafe und Mindeststrafe für schwule Liebe. Erfreulich: In sämtlichen europischen Ländern ist Homosexualität erlaubt!
Übrigens: In vielen Ländern wird nur das gleichgeschlechtliche Sexualverhalten unter Männern bestraft. Schwule Männer leben weltweit also weitaus gefährlicher als lesbische Frauen.
Afrika
In diesen afrikanischen Ländern ist Homosexualität illegal. Dazu zählen auch bei Touristen beliebte Urlaubsdestinationen wie z.B. Ägypten, Marokko und Tunesien.
| Land | Höchststrafe | Mindeststrafe |
| Ägypten | 3 Jahre | – |
| Algerien | 3 Jahre | Bußgeld |
| Äthiopien | 3 Jahre | 10 Tage |
| Burundi | 2 Jahre | Bußgeld |
| Eritrea | 3 Jahre | 10 Tage |
| Eswatini (nur Männer) | Freiheitsstrafe | Bußgeld |
| Gambia | 14 Jahre | Bußgeld |
| Ghana | ? | ? |
| Guinea | 3 Jahre | 6 Monate |
| Kamerun | 5 Jahre | Bußgeld |
| Kenia (nur Männer) | 14 Jahre | Bußgeld |
| Komoren | 5 Jahre | Bußgeld |
| Liberia | Bußgeld | Bußgeld |
| Libyen | 5 Jahre | Bußgeld |
| Malawi | 5 Jahre | – |
| Marokko | 3 Jahre | 6 Monate |
| Mauretanien | Tod | Tod |
| Mauritius | 5 Jahre | Bußgeld |
| Nigeria (nur Männer) | 14 Jahre, bzw. Tod | Bußgeld |
| Sambia | 14 Jahre | – |
| Sansibar | 25 Jahre | Bußgeld |
| Senegal | 5 Jahre | 1 Jahr |
| Sierra Leone (nur Männer) | lebenslänglich | – |
| Simbabwe (nur Männer) | 3 Jahre | Geldstrafe |
| Somalia | 3 Jahre | 3 Monate |
| Sudan | lebenslang | – |
| Südsudan | 10 Jahre | |
| Tansania | 14 Jahre | Bußgeld |
| Togo | 3 Jahre | Bußgeld |
| Tschad | ||
| Tunesien | 3 Jahre | Bußgeld |
| Uganda | 20 Jahre | Bußgeld |
| Zentralafrikanische Republik | 2 Jahre | Geldstrafe |
Asien
In diesen asiatischen Ländern ist Homosexualität verboten. Dazu zählen auch beliebte Reiseziele wie z.B. die Malediven, Singapur, Sri Lanka sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (zu denen u.a. Dubai und Abu Dhabi gehören).
| Land | Höchststraße | Mindeststrafe |
| Afghanistan | 15 Jahre | 5 Jahre |
| Bahrain (nur Männer) | 10 Jahre | Bußgeld |
| Bangladesch | lebenslänglich | 10 Jahre |
| Bhutan | ? | ? |
| Brunei | 10 Jahre / Todesstrafe | Bußgeld |
| Indonesien (legal außer in der Provinz Aceh) | – | – |
| Irak | ? | ? |
| Iran | Tod; Bei Frauen 100 Peitschenhiebe | Männer und Frauen: 100 Peitschenhiebe |
| Jemen | Tod | Tod |
| Katar | 5 Jahre | Bußgeld |
| Kuwait | 7 Jahre | Bußgeld |
| Malaysia | 20 Jahre | Bußgeld |
| Malediven (nur Männer) | 10 Jahre | Bußgeld |
| Myanmaar | lebenslänglich | 10 Jahre |
| Oman | 3 Jahre | Bußgeld |
| Pakistan (nur Männer) | lebenslänglich | 2 Jahre |
| Palästina (in Gaza, nur Männer) | – | – |
| Saudi-Arabien | Tod | Strafe |
| Singapur | lebenslänglich | 2 Jahre |
| Sri Lanka | 10 Jahre | Bußgeld |
| Syrien | 3 Jahre | Bußgeld |
| Turkmenistan (nur Männer) | 2 Jahre | Bußgeld |
| Usbekistan (nur Männer) | 3 Jahre | Bußgeld |
| Vereinigte Arabische Emirate | Freiheitsstrafe, Todesstrafe umstritten | keine |
Nord- und Mittelamerika
In diesen nord- und mittelamerikanischen Ländern ist Homosexualität ebenfalls illegal.
| Land | Höchststrafe | Mindeststrafe |
| Antigua und Barbuda | 15 Jahre | – |
| Barbados | lebenslänglich | – |
| Dominica | 10 Jahre | – |
| Grenada | 10 Jahre | – |
| Jamaica | 10 Jahre | 2 Jahre |
| St. Kitts und Nevis | 10 Jahre | – |
| St. Lucia | 10 Jahre | Bußgeld |
| St. Vicent und die Grenadinen | 10 Jahre | ? |
Ozeanien
Auch in Ozeanien gibt es noch einige Staaten, in denen Homosexualität ein Verbrechen darstellt.
| Land | Höchststrafe | Mindeststrafe |
| Cookinseln (nur Männer) | 14 Jahre | Bußgeld |
| Kiribati (nur Männer) | 14 Jahre | Bußgeld |
| Papua-Neuguinea (nur Männer) | 14 Jahre | Bußgeld |
| Salomonen | 14 Jahre | Bußgeld |
| Samoa | 7 Jahre | Bußgeld |
| Tonga (nur Männer) | 10 Jahre | Bußgeld |
| Tuvalu (nur Männer) | 14 Jahre | Bußgeld |
Südamerika
Zum Schluss noch eine gute Nachricht: In Südamerika gibt es nur ein Land, in dem Homosexualität verboten ist.
| Land | Höchststrafe | Mindeststrafe |
| Guyana (nur Männer) | lebenslänglich | – |
Todesstrafe für Homosexualität
Die Lage ist besonders drastisch in Ländern, in denen homosexuelle Handlungen mit der Todesstrafe geahndet werden. Laut Angaben der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA World) ist dies aktuell in rund einem Dutzend Staaten der Fall, darunter Afghanistan, Brunei, Iran, Jemen, Mauretanien, Nigeria (in Teilen des Landes), Katar, Saudi-Arabien, Somalia, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Pakistan. Dabei wird die Todesstrafe teils nur unter bestimmten Umständen oder nicht flächendeckend vollstreckt. In Saudi-Arabien etwa gilt nach wahhabitischer Auslegung der Scharia für homosexuelle Handlungen dasselbe Strafmaß wie für Ehebruch.
Auch wenn die tatsächliche Vollstreckung solcher Urteile selten öffentlich dokumentiert wird, sorgt allein die gesetzliche Androhung für ein enormes Gefahrenpotenzial für queere Reisende und Einheimische gleichermaßen.
Positiv hervorzuheben ist, dass sich die Rechtslage in einigen Ländern zuletzt verbessert hat. So hat der Sudan die Todesstrafe für gleichgeschlechtliche Handlungen inzwischen abgeschafft. Wer in eines der genannten Länder reist, sollte sich vorab intensiv über die dortige Gesetzeslage sowie über angemessenes Verhalten in der Öffentlichkeit informieren. Selbst wenn die Todesstrafe in der Praxis kaum verhängt wird, bleibt das Risiko von Verhaftung, Erpressung oder Gewalt real.
Gesellschaftliche Akzeptanz vs. Gesetzeslage
Die reine Gesetzeslage sagt nicht immer etwas darüber aus, wie sicher sich queere Menschen in einem Land tatsächlich fühlen können – und umgekehrt.
Russland hat Homosexualität beispielsweise bereits 1993 entkriminalisiert. Dennoch erschwert das seit 2013 geltende Gesetz gegen sogenannte „homosexuelle Propaganda” das Leben von queeren Menschen massiv und trägt zu einem gesellschaftlichen Klima bei, das von Stigmatisierung und Gewalt geprägt ist. Der Libanon zeigt hingegen, dass auch in Ländern mit unklarer oder restriktiver Rechtslage eine vergleichsweise sichtbare queere Szene existieren kann. Gerichte haben dort in Einzelfällen gegen eine Kriminalisierung entschieden, eine formelle Gesetzesänderung gibt es aber bislang nicht. Beirut gilt trotzdem als eine der offeneren Städte im Nahen Osten.
Der Legatum Prosperity Index erfasst diesen Unterschied, indem er neben der reinen Rechtslage auch die von LSBTI-Personen selbst wahrgenommene Toleranz misst. Dafür wurden rund 130.000 Menschen weltweit gefragt, ob ihre Stadt oder Region ein guter Ort zum Leben für homosexuelle Menschen ist. Auch Umfragen wie der Ipsos LGBT+ Pride Report oder die Studien des Pew Research Centers zeigen, dass sich gesellschaftliche Einstellungen oft unabhängig von der Gesetzeslage entwickeln – teils deutlich schneller, teils deutlich langsamer als die Gesetze selbst.
Für Reisende bedeutet das: Ein Blick auf die reine Legalität reicht nicht aus. Auch in Ländern ohne explizite Strafgesetze kann es sinnvoll sein, sich vorab über die gesellschaftliche Stimmung, mögliche No-Go-Bereiche und den Umgang mit sichtbarer Zuneigung in der Öffentlichkeit zu informieren.
De-facto- vs. de-jure-Kriminalisierung
Nicht überall, wo Homosexualität faktisch verfolgt wird, gibt es dafür auch ein explizites Gesetz.
In Ägypten etwa existiert kein Straftatbestand, der gleichgeschlechtliche Handlungen direkt unter Strafe stellt. Verurteilungen erfolgen stattdessen häufig über Gesetze gegen „Ausschweifung” (fujur) oder „Sittenlosigkeit”, die ursprünglich zur Bekämpfung von Prostitution eingeführt wurden, in der Praxis aber gezielt gegen queere Männer angewendet werden.
Auch in Indonesien ist Homosexualität landesweit nicht explizit verboten, mit Ausnahme der Provinz Aceh, in der das islamische Scharia-Recht gilt. Dennoch kommt es auch in anderen Landesteilen immer wieder zu Razzien und Verhaftungen, etwa auf Grundlage von Gesetzen gegen „Pornografie” oder „öffentliche Unsittlichkeit”.
Diese Unterscheidung ist für Reisende relevant. Ein Land ohne explizites „Anti-Homosexualitäts-Gesetz” gilt in offiziellen Länderlisten oft als „legal”. Das sagt jedoch wenig darüber aus, ob queere Menschen dort tatsächlich unbehelligt bleiben. Wer sich ausschließlich an offiziellen Kriminalisierungslisten orientiert, kann das reale Risiko in solchen Ländern leicht unterschätzen. Umso wichtiger ist es, vor einer Einstufung eines Landes als unproblematisch aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise sowie Berichte von lokalen LGBT-Organisationen zu berücksichtigen.
Wo bekomme ich Hilfe?
Wer sich in einem Land aufhält, in dem gleichgeschlechtliche Liebe strafbar ist, oder wer queeren Menschen in einer solchen Situation helfen möchte, ist nicht allein. Es gibt inzwischen mehrere internationale Organisationen, die sich gezielt für den Schutz und die Unterstützung von LGBT-Personen einsetzen.
- Rainbow Railroad hilft beispielsweise dabei, staatlicher oder gesellschaftlicher Gewalt in Ländern zu entkommen, in denen Homosexualität strafbar ist, und unterstützt bei der Flucht in sicherere Regionen. Allein im Jahr 2022 gingen dort rund 10.000 Hilfeersuchen ein.
- OutRight International engagiert sich in den Bereichen Advocacy, Forschung und Bildung und übt international Druck auf Regierungen aus, damit diese Schutzgesetze für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten verabschieden.
- Die International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA World) wiederum liefert mit ihrem jährlichen „State-Sponsored Homophobia”-Bericht die wohl umfassendste Datenbasis zur weltweiten Rechtslage und vernetzt zugleich lokale Menschenrechtsorganisationen miteinander.
Für Reisende, die sich vor einer Reise in ein Land, in dem Homosexualität strafbar ist, informieren möchten, lohnt sich zudem ein Blick auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts sowie auf länderspezifische Berichte dieser Organisationen.
Als Schwuler oder Lesbe in Länder reisen, in denen Homosexualität verboten ist?
Würdest du als schwuler Mann, lesbische Frau oder transsexuelle Person in Länder reisen, in denen Homosexualität verboten ist? Bist du als queere Person vielleicht sogar schon in einem Staat gewesen, in dem LGBT-Menschen bestraft werden können? Dann freue ich mich über deine Erlebnisse und Erfahrungsberichte in den Kommentaren unter diesem Artikel.

Hallo, ich bin Mario. Mit meinem Reiseblog helfen ich schwulen Männern bereits seit 2007, das passende Reiseziel für ihren nächsten Gay-Urlaub zu finden. Ich stelle gay-friendly Hotels, die beliebtesten Gay Bars, Clubs und Saunen vor. Außerdem findest du hier aktuelle CSD-Termine, News aus der Szene sowie wichtige Hinweise und Tipps für Reisen in weniger LGBT-freundliche Länder. Ich möchte dir helfen, deine eigenen sicheren Reiseerlebnisse zu planen.

1 Kommentar zu „Verbotene Liebe: In welchen Ländern ist Homosexualität illegal?“