Hasskommentar: Landesgartenschau Leinefelde-Worbis trennt sich von Sponsor

Nach einem queerfeindlichen Hasskommentar mit NS-Bezug eines örtlichen Gastronomen hat sich die Landesgartenschau Leinefelde-Worbis von einem Sponsor getrennt. Der Gastronom aus Leinefelde in Thüringen hatte einen menschenverachtenden Kommentar auf Instagram veröffentlicht. Auch die Polizei beschäftigt sich mit dem Fall.

Gastronom aus Leinefelde kommentiert Video vom Berliner CSD

Der Kommentar erschien unter einem Video eines Teilnehmers des Christopher Street Day in Berlin. Die Aufnahme zeigte den Moment, in dem der Abbruch der Veranstaltung bekannt gegeben wurde. Zuvor war am 25. Juli 2026 ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Dabei starb eine Frau. Nach Angaben der Behörden wurden 29 weitere Menschen zum Teil schwer verletzt.

Unter dem Video äußerte sich der Gastwirt aus dem thüringischen Eichsfeld zu den Teilnehmenden des CSD. Dabei stellte er einen menschenverachtenden Bezug zum Konzentrationslager Auschwitz her.

Der Kommentar verbreitete sich schnell in den sozialen Netzwerken. Schon bald wurde bekannt, wer die Aussage verfasst hatte.

Gastwirt entschuldigt sich öffentlich

Am 26. Juli veröffentlichte der Gastronom über das Profil seines Restaurants eine Stellungnahme. Darin räumte er ein, eine diskriminierende und menschenverachtende Aussage veröffentlicht zu haben.

Er entschuldigte sich bei queeren sowie bei jüdischen Menschen. Zugleich kündigte er an, sich professionelle Hilfe zu suchen und sein Verhalten aufzuarbeiten. Die Verantwortung für den Kommentar liege allein bei ihm.

Der Gastwirt bat zudem darum, seine Beschäftigten nicht für seine Äußerung verantwortlich zu machen. Offenbar hatte sich ein Teil der öffentlichen Kritik auch gegen die Mitarbeiter des Restaurants gerichtet.

Landesgartenschau Leinefelde-Worbis beendet Patenschaft

Die Landesgartenschau Leinefelde-Worbis im Eichsfeld reagierte umgehend. Die bestehende Patenschaft mit dem Gastronom wurde beendet.

Die Verantwortlichen bezeichneten die Aussage als unerträglich und inakzeptabel. Eine Landesgartenschau dürfe nicht mit radikalem Gedankengut in Verbindung gebracht werden. Auch die spätere Entschuldigung ändere nichts an der Entscheidung, die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung zu beenden.

In ihrer offiziellen Stellungnahme verurteilte die Landesgartenschau Leinefelde-Worbis sowohl den Anschlag in Berlin als auch die Reaktion des Gastwirts.

Polizei prüft möglichen Tatbestand der Volksverhetzung

Neben den beruflichen Folgen könnte der Instagram-Kommentar auch strafrechtliche Konsequenzen haben. Die Landespolizeiinspektion Nordhausen bestätigte, dass der Fall von der zuständigen Dienststelle bearbeitet wird.

Nach Angaben der Polizei kommt eine Anzeige wegen Volksverhetzung in Betracht. Ob der Straftatbestand tatsächlich erfüllt ist, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen.

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