Das schwule Urlaubsparadies Gran Canaria geht verstärkt gegen Verstöße in geschützten Naturräumen vor. Seit Anfang 2025 wurden mehr als 220 ausländische Gäste belangt, darunter besonders viele Urlauber aus Deutschland.
Die Inselverwaltung hat neue Zahlen zu Bußgeldverfahren in sensiblen Naturgebieten veröffentlicht. Betroffen sind unter anderem die Dünen von Maspalomas und der Parque Rural del Nublo mit dem bekannten Roque Nublo. Beide Orte zählen zu den wichtigsten Naturattraktionen der Insel und ziehen jedes Jahr zahlreiche Besucher an.
Deutsche Urlauber sind besonders häufig betroffen
Im Jahr 2025 wurden 151 Verfahren gegen ausländische Staatsangehörige eingeleitet. Im ersten Halbjahr 2026 bearbeitete die Behörde insgesamt 280 Umweltverstöße. Davon betreffen 75 Fälle Gäste aus dem Ausland.
Am häufigsten tauchen dabei Besucher aus Deutschland auf. Auch Urlauber aus Frankreich, Italien und Großbritannien wurden mehrfach belangt. Insgesamt nennt die Inselverwaltung Gäste aus 14 Ländern.
Für Gran Canaria ist dieses Thema sensibel. Die Insel lebt zwar stark vom Tourismus, möchte ihre Naturflächen aber besser schützen. Besonders in stark besuchten Gebieten entstehen Konflikte, wenn Wege verlassen, Sperrzonen ignoriert oder empfindliche Landschaften betreten werden.
In den Dünen von Maspalomas wurden im bisherigen Jahresverlauf 43 Verstöße registriert. Im Parque Rural del Nublo waren es 16 Fälle. Damit stehen zwei Orte im Fokus, die auch für viele queere Reisende zu den bekannten Ausflugszielen auf Gran Canaria zählen.
Gerade Maspalomas ist für viele schwule Urlauber eng mit dem Strand und der angrenzenden Dünenlandschaft verbunden. Die neuen Zahlen zeigen jedoch, dass die Behörden den Schutz der Gebiete ernster nehmen und Verstöße konsequenter ahnden.
Mehr Kontrollen in den Dünen von Maspalomas und am Roque Nublo
Am Roque Nublo gilt seit Februar 2025 ein neuer Schutzplan. Er soll den Besucherandrang steuern und den Zugang besser kontrollieren. Dazu gehören begrenzte Besucherzahlen und Einschränkungen für private Fahrzeuge am Startpunkt des Wanderwegs.
Laut der Inselverwaltung kommen dadurch nur noch etwa halb so viele Besucher in den Naturbereich wie zuvor. Das Ziel besteht darin, die Belastung für Landschaft und Ökosystem deutlich zu verringern.
Auch für die Dünen von Maspalomas werden weitere Schutzmaßnahmen erarbeitet. Die Inselverwaltung hat die Ausarbeitung eines Plans zur Ordnung der natürlichen Ressourcen beschlossen. Dabei geht es um eine rund 404 Hektar große Dünenlandschaft, die langfristig erhalten werden soll.
Parallel dazu läuft das Projekt „Masdunas”. Es zielt darauf ab, das empfindliche Ökosystem zu renaturieren und heimische Pflanzen wieder anzusiedeln. Außerdem soll die Küstenerosion gebremst werden.
Für Urlauber bedeutet das: Wer Gran Canaria besucht, sollte sich vor Ausflügen über geltende Regeln informieren. In Schutzgebieten ist es wichtig, markierte Wege einzuhalten und Hinweise vor Ort ernst zu nehmen. Das schützt nicht nur die Natur, sondern auch den eigenen Geldbeutel.