Haartransplantation-OP mit ARTAS-Roboter: Erfahrung, Kosten, vorher & nachher

Haartransplantation-Operation: Erfahrung, Kosten, vorher & nachher

Premiere in diesem Blog: Dies ist der erste Blogartikel meines Partners. Er hat sich vor einer Woche einer Haartransplantation-OP mit dem ARTAS-Roboter unterzogen. In diesem Beitrag wird er über seine Haar-OP schreiben, die einzelnen Schritte der Operation erläutern und natürlich berichten, warum er sich zu der Transplantation entschlossen hat. In einigen Wochen werde wir hoffentlich auch einige schöne Vorher-Nachher-Bilder posten können! :-)

Warum habe ich mich zu einer Haartransplantation entschieden?

Mit den Jahren habe auch ich festgestellt, dass die Haare an den entscheidenden Stellen, dem Kopf, immer weniger wurden. Eine richtige Frisur war eigentlich nicht mehr möglich. Sobald man eine Mütze aufgesetzt hat, standen alle Haare kreuz und quer – bzw. das, was noch an Haaren übrig war.

Irgendwann kam dann mal der Gedanke, ein bisschen nachzuhelfen und zu schauen, was man für volles Haar tun kann. Im Internet hatte ich schnell Informationen gesammelt und konnte mich nun ernsthafter mit dem Gedanken auseinandersetzen, eine Haartransplantation durchführen zu lassen.

Haartransplantation vorher
Haartransplantation vorher

Warum keine Haartransplantation in der Türkei?

Im Netz findet man viele Angebote für Haartransplantationen in der Türkei. Allerdings kam das für mich nicht in Frage. Ich möchte einen Arzt hier in Deutschland, den ich ansprechen kann, falls es Probleme gibt. Nach einiger Suche habe ich eine Klinik in Bochum gefunden, die Haartransplantationen durchführt. Recht zeitnah bekam ich einen Termin und Mitte Januar 2020 bin ich dann zu einem ersten Beratungsgespräch in die Schönheitsklinik gefahren. Wir wurden freundlich empfangen und nach kurzer Wartezeit begann das Gespräch mit dem operierendem Arzt.

Wo habe ich meine Haar-Transplantation machen lassen?

Ich habe mich für diese Klinik entschieden, weil es dort neben der manuellen Haar-Transplantation auch das Angebot der Entnahme mit dem sogenannten ARTAS Haar-Roboter gibt. Bei der Voruntersuchung wurde das vorhandene Haar begutachtet und der Bereich festgelegt, in den das Haar „umgesiedelt“ werden soll. Alles wirkte sachlich und nachvollziehbar. Eigentlich war mir während des Gespräches schon klar, das ich diesen Eingriff vornehmen lassen werde.

Sicherlich ist eine solche Haartransplantation hier in Deutschland um einiges teurer als in der Türkei. Aber mir war es wichtiger, einen Arzt mit der Transplantation zu beauftragen, den ich vorher persönlich sprechen kann und an den ich mich auch nach dem Eingriff wenden kann, falls etwas Unvorhergesehenes passiert. Mir wurde ein OP-Termin Anfang März 2020 angeboten, den ich nach Rücksprache mit meinem Arbeitgeber zwecks Urlaub zugesagt habe.

In den Wochen vor der Haatransplantation habe ich kein einziges Mal daran gezweifelt, ob ich den Eingriff tatsächlich durchführen lassen sollte. Es ist immerhin ein mittlerer vierstelliger Betrag, den ich für die Haar-Transplantation ausgeben werde. Aber ich hatte nun auch auf Youtube zahlreiche Videos zu dem Thema geschaut und war beeindruckt von den Ergebnissen. Ich erwarte gar keinen so starken Haarwuchs. Sollte das Haar auf meinem Kopf zukünftig dennoch so sprießen wie in den Videos, dann freue ich mich um so mehr.

Haartransplantation-OP
Haartransplantation-OP

Haartransplantation-OP mit dem ARTAS-Haar-Roboter

So, nun komme ich zum Tag des Eingriffs. Wir sind bereits am Vortag nach Bochum gefahren und haben uns ein Hotel in der Nähe der Beauty-Praxis genommen. So konnten wir die Haar-Transplantation mit einem Kurzurlaub im Ruhrgebiet verknüpfen.

Der Eingriff sollte am nächsten Morgen um 8 Uhr beginnen. Zuvor bin ich aber noch kurz zum Bäcker gegenüber von unserem Hotel gegangen und hab mir eine Kleinigkeit zum Frühstücken besorgt. Danach ging ich zu Fuß zur Klinik. Ganz entspannt in Jogginghose und Hemd gekleidet, bin ich wieder sehr freundlich empfangen worden. Der mich operierende Arzt war auch schon da. Er hat mich noch einmal kurz über den Verlauf des Tages aufgeklärt. Im Vorfeld hatte ich schon festgelegt, dass ich die Methode mit dem Artas-Haar-Roboter wählen werde. Diese ist zwar teurer, aber ich wollte für meine Haare das möglichst beste Ergebnis.

Ich bekam eine Beruhigungstablette, damit ich die Operation ruhig und entspannt über mich ergehen lassen konnte. Dann wurde ich auch schon in den Operationsraum geführt, wo ich ein OP-Hemdchen anziehen musste. Danach wurde meine noch verbliebenen Haare abrasiert, damit der Computer alles richtig erkennen kann. Nach einer örtlichen Betäubung und ein bisschen Wartezeit wurde ich dann für die Haarentnahme vorbereitet.

Zum Glück fühlte ich keine Schmerzen. Aber damit die Haare sorgfältig entnommen werden können, ist es nötig, den Kopf zu fixieren. Außerdem wird der Kopf in einzelne Felder unterteilt – bei mir sind es insgesamt 13 Felder gewesen, hauptsächlich am Hinterkopf, aber auch an den Seiten des Kopfes. Dazu legte mit der Haarprofi einen Spanner auf den Hinterkopf.

Haartransplantation mit dem ARTAS-Roboter
Haartransplantation mit dem ARTAS-Roboter

Nun positioniert sich der Roboterarm ganz automatisch über dem jeweiligen Feld und scannt die Haut auf der Suche nach den follikulären Einheiten ab: Gesamtausbeute 1759 Grafts (so nennt man die entnommenen Haare). Das hört im Vergleich zu den Zahlen von Haartransplantationen in türkischen Kliniken nicht so extrem viel an. Doch es soll ja ein gesamtheitlich gleichmäßiges Bild ergeben und das war mir wichtig: Was nützen mir 5000 neue Grafts auf dem Kopf, wenn ich danach keine Haare mehr am Hinterkopf und an den Seiten haben? Ich bin sicher,  der Arzt weiß genau, was er tut und somit war ich mit meinen 1759 Grafts absolut zufrieden.

ARTAS-Haar-Roboter bei der Haarentnahme
ARTAS-Haar-Roboter bei der Haarentnahme

Die Haarentnahme hat etwa drei Stunden gedauert. Das Team hat sich die ganze Zeit wunderbar um mich gekümmert. Nachdem die einzelnen Grafts bearbeitet und vorbereitet wurden, folgte der zweite Teil der Operation. Dabei hat der Arzt 1759 Löcher in meine Kopfhaut gestanzt – und zwar von Hand! Dabei musste er darauf achten, dass die Löcher verschiedenen Größen aufweisen, da ich sehr viel Grafts mit 2 oder 3 Wurzeln hatte. Wenige Grafts hatten nur eine Haarwurzel. Allein diese Prozedur hat etwa eine Stunde gedauert.

Anschließend hatten die beiden Assistentinnen des Arztes die Aufgabe, die Haare wieder in die neu gestanzten Löcher auf meinem Kopf zu pflanzen. Eine wirkliche Fleißaufgabe, die die beiden Damen super gemeistert haben. Ich lag in einer bequemen Position, kuschelte mich in eine warme Decke und konnte trotz des Eingriffs entspannen. Nach weiteren 2,5 Stunden waren die neuen Haare auf meinem Kopf eingepflanzt!

So sah mein Kopf direkt nach der Haar-OP aus
So sah mein Kopf direkt nach der Haar-OP aus

Der Eingriff hatte um 8 Uhr morgens begonnen – aber mittlerweile war es schon 16: 30 Uhr. Nach einem weiteren Gespräch mit dem Arzt, in welchem er mir Verhaltensempfehlungen für die kommenden Tage mit auf den Weg gab, konnten wir dann wieder nach Hause fahren. Immerhin hatten wir noch eine 2,5-stündige Autofahrt vor uns!

Verhalten nach der Haar-Operation

In den Tagen nach der Haartransplantation war ich sehr vorsichtig. Meine Hauptfrage war: Wie soll ich schlafen? Mein Kopf war ja voller Wunden, und aus einigen floss auch Blut. Aber da hatte ich mir zuviel Gedanken gemacht. Tatsächlich habe ich schon in der ersten Nacht sehr gut geschlafen. Ich empfehle jedoch, das Kopfende des Bettes aufzurichten und möglichst im Sitzen zu schlafen. Natürlich bekam ich vom Arzt auch Medikamente gegen die Schmerzen und zur raschen Heilung.

Mein Kopf einen Tag nach der Haarentnahme
Mein Kopf einen Tag nach der Haarentnahme

Die ersten zwei Tage nach der Haar-OP waren gar nicht schlimm. Am dritten schwoll jedoch zuerst die Stirn, und danach das ganze Gesicht an. Mein Augen waren so stark geschwollen, dass ich kaum noch etwas sehen konnte. Dieser Zustand hielt etwa zwei Tage an. In diesem Zustand wäre es für mich unmöglich, aus dem Haus zu gehen. Zum Glück hat sich mein Partner in diesen Tagen um mich gekümmert. Sicherlich habt ihr Verständnis dafür, dass Fotos davon nicht im Internet verbreiten möchte. Andererseits – erkennen würde mich auf den Fotos sowieso niemand!

Mittlerweile ist seit der Haartransplantation mehr als eine Woche vergangen. Die Wunden auf meinem Kopf sind gut verheilt. Auf der Kopfhaut hat sich viel Schorf gebildet, der nun langsam abbröckelt.

Ich werde hier im Blog weiter über meine Erfahrungen mit der Haartransplantation-OP berichten und hoffentlich bald auch Vorher-Nachher-Fotos von meiner neuen Frisur posten können!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.