In Tschechien ist mit Radio Q ein neuer Sender für queere Menschen an den Start gegangen. Das Programm ging am 9. September 2026 um 9 Uhr erstmals auf Sendung und ist derzeit ausschließlich über das Internet empfangbar.
Radio Q bezeichnet sich als erster tschechischer Radiosender mit dieser inhaltlichen Ausrichtung. Die Sendungen werden rund um die Uhr aus Prag übertragen.
Radio Q startet zunächst als Internetradio
Hinter dem Sender steht der Verein European People & Media. Die Organisation betreibt bereits das Schwesterprojekt WorldRadio. Gegründet wurde der Verein von René Kekely, der zugleich als Programmdirektor von Radio Q tätig ist.
Das neue Angebot wird zunächst aus privaten Mitteln finanziert. Für das Jahr 2027 ist der Ausbau zu einem landesweit empfangbaren Digitalsender geplant.
Auf der eigenen Website nennt Radio Q die Verbreitung über DAB+ als langfristiges Ziel. Bis dahin lässt sich das Programm ohne regionale Beschränkung im Internet hören.
Aktuelles Programm geprägt von internationaler Musik
Zum Start konzentriert sich Radio Q hauptsächlich auf internationale Musik. Der Sender spielt unter anderem aktuelle Popsongs und bekannte queere Hymnen.
Künftig soll tschechische und slowakische Musik einen größeren Platz im Programm erhalten. Auch moderierte Sendungen und Interviews sind geplant. Podcasts sowie Diskussionsformate befinden sich ebenfalls in Vorbereitung.
Das tägliche Musikprogramm beginnt um 6 Uhr mit „Morning Pride”. Für den frühen Abend ist das Gesprächsformat „Queer Life” geplant. Ab 19 Uhr legt Deep Good den Schwerpunkt auf Partymusik.
Laut Senderangaben werden die Musiktitel ohne Werbeunterbrechungen gespielt. Der aktuelle Programmplan und der Livestream sind auf der Webseite von Radio Q verfügbar.
Beiträge über Coming-out und Gesundheit geplant
Radio Q möchte sich nicht auf Unterhaltung beschränken. Der Sender plant Beiträge über Coming-out und gesundheitliche Vorsorge. Auch persönliche Erfahrungen transgeschlechtlicher Menschen sollen thematisiert werden.
Weitere Sendungen sollen sich mit Vorurteilen und gesellschaftlicher Stigmatisierung beschäftigen. Dazu sind Gespräche mit Fachleuten sowie persönliche Geschichten geplant.
Der Programmdirektor betont, dass Radio Q keinen aktivistischen Sender schaffen wolle. Das Programm solle unterschiedliche Menschen miteinander ins Gespräch bringen und zu mehr gegenseitigem Verständnis beitragen.
Als Leitbegriffe verwendet der Sender die Begriffe Musik, Kultur und Stolz. Radio Q möchte dabei auch Personen eine Stimme geben, deren Erfahrungen in den klassischen Medien selten vorkommen.
LGBT-Radio aus Prag weltweit hören
Da Radio Q zunächst ausschließlich als Internetradio sendet, kann das Programm auch außerhalb Tschechiens empfangen werden. Reisende können den Stream im Hotel oder unterwegs über das Smartphone hören.
Damit bietet der Sender zugleich einen neuen Zugang zur queeren Szene in Prag. Über Musik und geplante Gesprächsformate erhalten Besucher Einblicke in Themen, die queere Menschen in Tschechien beschäftigen.
Neben der eigenen Website ist Radio Q über das tschechische Portal MyOnlineRadio erreichbar. Dort werden der laufende Titel und Teile des Programms angezeigt.
Mit dem Start von Radio Q erhält Tschechien erstmals einen eigenen Sender, der queere Perspektiven dauerhaft in den Mittelpunkt stellt. Ob der für 2027 geplante Ausbau zum landesweiten Digitalradio gelingt, hängt auch von der weiteren Finanzierung und der Entwicklung des Programms ab.