Jeffrey Donaldson: Doppelleben zwischen Kirche und Gay Sauna?

Der ehemalige Vorsitzende der nordirischen Democratic Unionist Party, Jeffrey Donaldson, soll während seiner politischen Karriere eine bekannte Gay-Sauna in London besucht haben. Die Enthüllung ist besonders brisant, da Donaldson sich öffentlich als gläubiger Christ präsentierte und Homosexualität in der Vergangenheit als „sündhaft” bezeichnete.

Die neuen Informationen wurden wenige Tage nach seiner Verurteilung wegen schwerer Sexualstraftaten öffentlich. Am 22. Juni 2026 sprach ihn ein Gericht in Nordirland in allen 18 Anklagepunkten schuldig. Dazu gehören eine Vergewaltigung sowie weitere sexuelle Straftaten an zwei Mädchen. Die Taten ereigneten sich laut Gericht zwischen 1985 und 2008. Donaldson hatte sämtliche Vorwürfe bestritten.

Zwei ehemalige Polizisten wollen Donaldson vor Gay Sauna gesehen haben

Wie die Zeitung „The Irish News“ berichtet, wollen zwei ehemalige hochrangige Beamte des Police Service of Northern Ireland Donaldson beim Betreten der Gay Sauna „Chariots“ in London gesehen haben. Die beiden Männer arbeiteten damals vom Londoner Gebäude des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 aus.

Einer der Zeugen ist Tim Hanley, der frühere Leiter der Abteilung für schwere Kriminalität beim PSNI. Laut Hanley waren er und sein Kollege verblüfft, Donaldson in einer Gay-Sauna zu sehen.

Die Chariots gehörten über viele Jahre zu den bekanntesten Gay-Saunen Londons. Mehrere Standorte der Kette existierten in der britischen Hauptstadt. Die Angaben über Donaldsons angeblichen Besuch beruhen auf den Aussagen der beiden ehemaligen Polizeibeamten und sind nicht Teil des Strafverfahrens, in dem er im Juni 2026 verurteilt wurde.

Öffentlich bezeichnete Donaldson Homosexualität als sündhaft

Die Enthüllung erhält durch Donaldsons frühere Äußerungen über Homosexualität zusätzliche politische Brisanz. Der evangelikale Protestant hatte homosexuelle Beziehungen als sündhaft bezeichnet und gehörte einer Partei an, die über Jahrzehnte durch ihre ablehnende Haltung gegenüber den Rechten schwuler Männer und lesbischer Frauen auffiel.

Später änderte sich zumindest Donaldsons öffentliche Rhetorik teilweise. So unterstützte er 2021 als Vorsitzender der DUP eine Entschuldigung seiner Stellvertreterin Paula Bradley für verletzende Äußerungen von Parteimitgliedern über homosexuelle Menschen.

Der nun öffentlich gewordene Bericht über den angeblichen Besuch einer Gay-Sauna wirft deshalb erneut die Frage nach einer möglichen Diskrepanz zwischen Donaldsons öffentlicher Moral und seinem privaten Leben auf. Dabei ist wichtig: Der Besuch einer Gay-Sauna ist weder strafbar noch verwerflich und sagt für sich allein auch nichts über die sexuelle Orientierung eines Menschen aus. Die Brisanz entsteht ausschließlich durch Donaldsons eigene frühere Aussagen über Homosexualität und das politische Umfeld, in dem er Karriere machte.

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