„Der perfekte Urlaub“: Schwule Selbstfindung auf Mallorca mit Florian David Fitz

Der Film „Der perfekte Urlaub“ läuft seit dem 22. Oktober 2026 in den deutschen Kinos. In der Fortsetzung von „Das perfekte Geheimnis“ verlegt Regisseur Bora Dagtekin das Beziehungschaos seiner Freundesclique nach Mallorca. Für schwule Zuschauer ist besonders Pepe interessant: Der von Florian David Fitz gespielte Mathelehrer hat sich geoutet und muss nun herausfinden, wie er sein Leben gestalten möchte.

Vom Männerurlaub ins Beziehungschaos

Eigentlich soll die Reise nach Spanien den Freunden Abstand von den Enthüllungen des ersten Films bringen. Doch auf Mallorca treffen die Freunde ausgerechnet in derselben Ferienvilla aufeinander, obwohl sie unterschiedliche Pläne haben. Auch die Frauen sind vor Ort. Als die Finca in Flammen aufgeht, checkt die Gruppe in einem Clubhotel ein. Die Konflikte reisen mit. Verletztes Vertrauen und verschwiegene Affären lassen sich am Pool kaum dauerhaft verdrängen.

Mit dabei sind erneut Elyas M’Barek als Leo und Karoline Herfurth als Carlotta. Diana Amft ergänzt das Ensemble als Carlottas beste Freundin Maus.

Pepe sucht seinen eigenen Weg als schwuler Mann

Pepes Geschichte greift eine Frage auf, die über das öffentliche Bekenntnis zur eigenen Sexualität hinausgeht: Wo fühle ich mich zugehörig? Seine heterosexuellen Freunde wollen ihm dabei helfen, seine Homosexualität auszuleben. Doch ihre Vorstellungen müssen nicht zwangsläufig seinen Bedürfnissen entsprechen.

Im Interview mit der „Abendzeitung“ beschreibt Florian David Fitz seine Figur als einen Mann, der seine Homosexualität spät entdeckt hat und an sich zweifelt. Pepe fühlt sich in seinem bisherigen Umfeld nicht mehr richtig zu Hause. Zugleich findet er auch in der schwulen Szene nicht automatisch den Platz, den er sucht. Fitz deutet an, dass sich seine Figur womöglich vor allem ein gewöhnliches Leben mit persönlichem Glück wünscht.

Für schwule Zuschauer ist das ein spannender Ansatz: Sich zu outen bedeutet nicht, dass anschließend alle Unsicherheiten verschwinden. Pepes Geschichte wirft die Frage auf, wie viel Raum Freunde einem Menschen lassen sollten, um seinen eigenen Weg zu finden. Auch gut gemeinte Erwartungen können zur Belastung werden.

Strandparty und Zungenkuss mit Elyas M’Barek

Eine der auffälligen Szenen ist eine schwule Strandparty, bei der Pepes Freunde in engen Regenbogenbadehosen auftauchen. Dort küssen sich Leo und Pepe für ein Foto, das sie auf Instagram posten wollen. In einer Großaufnahme sind Elyas M’Barek und Florian David Fitz dabei mit einem Zungenkuss zu sehen.

Aus dieser Szene ergibt sich eine interessante Frage: Helfen Pepes Freunde ihm, sich wohler zu fühlen? Oder inszenieren sie vor allem ihre eigene Offenheit? Damit bietet der Film Anlass, über das Verhältnis zwischen schwulen Männern und ihren heterosexuellen Freunden zu sprechen.

Mallorca als Kulisse für einen Neuanfang

Die Verbindung von Urlaub und schwuler Selbstfindung bietet einen weiteren Anknüpfungspunkt: Eine Reise kann die Hoffnung wecken, außerhalb des gewohnten Umfelds Neues auszuprobieren. Pepes Ausgangslage passt zu diesem Gedanken, wenngleich der Film daraus einen turbulenten Gruppenurlaub macht.

Mallorca ist dabei tatsächlich Drehort: Laut filmportal.de wurden Palma und der Nordosten der Insel im Mittelmeer als Drehorte genutzt. Ferienvilla und Clubhotel bilden den Rahmen für die Geschichte.

Kritik am Umgang mit schwulen Klischees

Ob der Film das Potenzial seiner schwulen Figur ausschöpft, wird kritisch beurteilt. Axel Winter bemängelt auf queer.de, dass Pepe zu häufig zum Anlass für Gags wird und die Komödie bekannte Klischees eher wiederholt, als dass sie diese überzeugend hinterfragt.

Auch Martin Schwickert vom Redaktionsnetzwerk Deutschland sieht in Pepes Geschichte Potenzial für einen eigenständigen Film, hält seine Einbettung in das übrige Beziehungschaos aber für wenig gelungen.

Pepes Geschichte liefert damit eine Frage, über die sich anschließend weiterreden lässt: Wie gelingt es, nach dem Outing ein Leben zu führen, das zu den eigenen Wünschen passt?

Der Film ist ab zwölf Jahren freigegeben.

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