Das Achilleion auf Korfu zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der griechischen Insel. Der prachtvolle Palast wurde einst für die österreichische Kaiserin Elisabeth, auch Sisi genannt, erbaut. Heute können Besucher auf den Spuren der Kaiserin wandeln und den wunderschönen Garten mit seinen antiken Skulpturen erkunden. Wir haben das Achilleion während unseres Urlaubs im Oktober besucht und verraten euch, ob sich ein Ausflug dorthin lohnt.
Mit dem Mietwagen zum Achilleion auf Korfu
Leider war es an unserem vierten Urlaubstag auf Korfu vorbei mit dem schönen Wetter. Bereits am Morgen regnete es und der Himmel war bedeckt mit grauen Wolken. Da wir bisher die meiste Zeit am Pool verbracht hatten, mieteten wir uns kurzerhand ein Auto. Schließlich gibt es auf Korfu auch abseits der Strände viel zu entdecken.
Unser erstes Ziel war das Achilleion, der ehemalige Sommerpalast der österreichischen Kaiserin Sisi. Er befindet sich im Dorf Gastouri, etwa sieben Kilometer südlich von Korfu-Stadt.
Die Fahrt dorthin verlief allerdings etwas anders als geplant. An einer Kreuzung bogen wir falsch ab und landeten ausgerechnet zur Feierabendzeit im Berufsverkehr von Korfu-Stadt.
Nachdem wir die Stadt wieder hinter uns gelassen hatten, wurde die Fahrt nicht unbedingt entspannter. Die Straße hinauf zum Achilleion ist nämlich ziemlich eng. Wir beteten, dass uns in den unübersichtlichen Kurven kein Gegenverkehr entgegenkommen würde.

Schließlich erreichten wir einen Parkplatz unterhalb des Palasts. Mitte Oktober war hier erfreulicherweise wenig los. Außer unserem Mietwagen standen nur wenige andere Autos auf dem Parkplatz. In der Hauptsaison dürfte das vermutlich anders aussehen.
Vom Parkplatz aus führt eine Metalltreppe hinauf zum Eingang des Achilleions. Dort kauften wir zwei Eintrittskarten und waren gespannt, was uns erwarten würde.
Geschichte des Achilleions: Sisis Sommerresidenz auf Korfu
Das Achilleion wurde zwischen 1889 und 1891 im Auftrag von Kaiserin Elisabeth von Österreich erbaut. Während ihrer Reisen hatte Sisi Korfu kennengelernt und eine besondere Vorliebe für die griechische Insel entwickelt.
Außerdem war sie von der griechischen Antike und Mythologie fasziniert. Deshalb ließ sie sich oberhalb des Dorfes Gastouri einen Palast errichten. Das Achilleion diente ihr als Rückzugsort fernab des Wiener Hoflebens.

Seinen Namen verdankt der Palast dem griechischen Helden Achilles, den Sisi wegen seiner Schönheit und Stärke verehrte. Der griechischen Mythologie zufolge war Achilles der Sohn des sterblichen Peleus und der Meernymphe Thetis. Seine Mutter tauchte ihn in den Fluss Styx, um ihn unverwundbar zu machen. Allerdings blieb die Stelle an seiner Ferse, an der sie ihn festhielt, vom Wasser unberührt. Daher stammt der Begriff „Achillesferse”.
Nach Sisis Ermordung im Jahr 1898 wechselte der Palast den Besitzer. Im Jahr 1907 kaufte Kaiser Wilhelm II. das Achilleion. Er nutzte es als Sommerresidenz und für diplomatische Begegnungen.
Im Jahr 1994 fanden hier im Rahmen des EU-Gipfels von Korfu Veranstaltungen statt. Dabei wurde unter anderem der Beitrittsvertrag Österreichs zur Europäischen Union unterzeichnet.
Leider konnten wir nur den Garten des Achilleion besichtigen










Bereits beim Betreten der Anlage fiel uns auf, dass der Palast seine besten Zeiten längst hinter sich hat. Das Gebäude wirkte an einigen Stellen ziemlich heruntergekommen.
Besonders schade fanden wir es, dass wir das Innere des Achilleions überhaupt nicht besichtigen konnten. Zugänglich waren lediglich die Außenanlagen.
Zum Glück hatte der Regen inzwischen aufgehört. Bei einem kräftigen Regenschauer hätten wir uns kaum unterstellen können. Trotzdem gefiel uns der Spaziergang durch die Gartenanlage. Zwischen Palmen und mediterranen Pflanzen entdeckten wir zahlreiche Marmorstatuen, die an die griechische Antike erinnerten. Besonders schön fanden wir die Terrassen mit ihren klassischen Säulen und Skulpturen.
Die Statuen des sterbenden und siegreichen Achilles

Wir waren besonders beeindruckt von den beiden berühmten Achilles-Statuen im Garten des Palasts.
Die erste Skulptur trägt den Namen „Sterbender Achilles“ und wurde vom deutschen Bildhauer Ernst Herter geschaffen. Sie zeigt den verwundeten griechischen Helden, der versucht, den tödlichen Pfeil aus seiner Ferse zu ziehen.
Die aus weißem Marmor gefertigte Figur stellt Achilles als schönen, muskulösen jungen Mann dar. Diese Darstellung passte offenbar gut zu Sisis romantischer und melancholischer Persönlichkeit.

Als Kaiser Wilhelm II. das Achilleion übernahm, hatte er jedoch andere Vorstellungen. Er ließ die Skulptur an einen anderen Ort bringen und eine neue Statue errichten. Der „Siegreiche Achilles“ ist eine etwa elf Meter hohe Bronzestatue, die den griechischen Helden in triumphierender Pose mit Schild und Speer zeigt.
Wir fanden beide Kunstwerke ausgesprochen sehenswert. Auch ohne besondere Kenntnisse der griechischen Mythologie lohnt es sich, die Figuren aus der Nähe zu betrachten.
Unser Highlight: Die Aussicht vom Achilleion

Die Aussicht vom Garten des Achilleion gefiel uns fast noch besser als die Kunstwerke. Der auf einer Anhöhe gelegene Palast bietet von seinen Terrassen aus einen weiten Blick über die grüne Landschaft Korfus und das Ionische Meer.
Besonders interessant fanden wir den Blick auf den Flughafen von Korfu. Von hier oben konnten wir die Flugzeuge beim Landeanflug beobachten.
Obwohl der Himmel weiterhin grau war, konnten wir die Aussicht richtig genießen.
Toiletten und Souvenirladen am Achilleion
Nach unserem Rundgang entdeckten wir außerhalb des eigentlichen Parks noch einen kleinen Souvenirladen. Dort kann man typische Andenken an Korfu und den Palast kaufen.
Außerdem gibt es dort öffentliche Toiletten. Diese waren bei unserem Besuch erfreulicherweise sauber, was in Griechenland leider nicht immer selbstverständlich ist.
Anschließend machten wir uns wieder auf den Weg zu unserem Mietwagen, um weitere Sehenswürdigkeiten auf Korfu zu entdecken.
Warum lohnt sich das Achilleion auf Korfu für schwule Urlauber?
Das Achilleion auf Korfu ist besonders für schwule Urlauber lohnenswert, die sich für Geschichte und Kunst interessieren. Schließlich gilt Kaiserin Sisi bis heute als schwule Ikone. Ihre Schönheit, ihre extravagante Persönlichkeit und ihr Freiheitsdrang faszinieren viele schwule Männer. Für manche Schwule gehört es zur Weihnachtstradition, sich die legendären Sissi-Filme mit Romy Schneider im Fernsehen anzusehen.
Ein weiterer Höhepunkt sind die beiden berühmten Achilles-Statuen im Schlossgarten. Sowohl der „Sterbende Achilles“ als auch der „Siegreiche Achilles“ zeigen den griechischen Helden mit einem idealisierten, muskulösen Männerkörper. Die Verehrung männlicher Schönheit hat in der griechischen Antike eine lange Geschichte und übt auch auf viele schwule Männer eine besondere Faszination aus.
Wer während seines Gay-Urlaubs auf Korfu eine Abwechslung vom Strand sucht, kann im Achilleion auf den Spuren von Sisi wandeln, beeindruckende Kunstwerke bewundern und die herrliche Aussicht über die Insel genießen.

Hallo, ich bin Mario. Mit meinem Reiseblog helfen ich schwulen Männern bereits seit 2007, das passende Reiseziel für ihren nächsten Gay-Urlaub zu finden. Ich stelle gay-friendly Hotels, die beliebtesten Gay Bars, Clubs und Saunen vor. Außerdem findest du hier aktuelle CSD-Termine, News aus der Szene sowie wichtige Hinweise und Tipps für Reisen in weniger LGBT-freundliche Länder. Ich möchte dir helfen, deine eigenen sicheren Reiseerlebnisse zu planen.
