Der Tetraeder in Bottrop ist eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten in Nordrhein-Westfalen, vielleicht sogar in ganz Deutschland. Schon aus der Ferne wirkt die begehbare Stahlpyramide auf der Halde Beckstraße wie ein UFO, das über dem Ruhrgebiet schwebt. Wer den Aufstieg wagt, wird mit einer weiten Aussicht über Bottrop, Essen, Oberhausen und die Industriekulisse des Reviers belohnt.
Tetraeder Bottrop: Eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet
Der Tetraeder in Bottrop verbindet Kunst, Architektur und die für das moderne Ruhrgebiet typische Industriekultur. Aus einer ehemaligen Bergbaufläche ist ein Ort entstanden, der heute für neue Perspektiven steht.
Der Weg hinauf führt über die Haldenlandschaft und ist bereits ein kleines Erlebnis für sich. Oben angekommen, steht man vor einer Konstruktion, die technisch, kühl und erstaunlich leicht wirkt. Die Treppen und Plattformen scheinen in der Luft zu schweben.
Um den Tetraeder zu erklimmen, muss man jedoch schwindelfrei sein. Besonders schwierig fand ich, dass man durch die gitterartigen Treppenstufen tief hinab auf den Boden sehen kann. Am besten schaut man daher nicht nach unten, sondern nur geradeaus in die Ferne.

Was ist ein Tetraeder?

Ein Tetraeder ist ein Körper mit vier dreieckigen Seitenflächen. Je nach Symmetrie wird ein Tetraeder auch als als dreiseitige Pyramide, Dreieckpyramide, Disphenoid oder dreidimensionales Simplex bezeichnet. Der Tetraeder in Bottrop ist ein fantastisches Beispiel, wie man öde Mathematik in beeindruckende Architektur verwandeln kann: Die Stahlkonstruktion mit einer Seitenlänge von 60 m ruht auf vier 9 m hohen Betonpfeilern auf der Kuppe der etwa 120 m hohen Halde Beckstraße im Bottroper Stadtteil Batenbrock. Gemeinsam mit anderen Ruhrgebietshalden ist der Tetraeder Teil der Route der Industriekultur.
Auch interessant:
- Achterbahn-Treppe in Duisburg
- Ausflugsziele in NRW
- Zeche Zollverein in Essen
- Gay-Urlaub im Ruhrgebiet
- Gay-Reisen in Deutschland
Tetraeder + Halde Beckstraße = Haldenereignis Emscherblick
Die Halde Beckstraße ist eine Bergehalde der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop, die zwischen 1963 und 1980 entstanden ist. Die Bergehalde ist eine der bekanntesten im Ruhrgebiet und bildet gemeinsam mit der auf ihre thronenden Aussichtsplatform das Haldenereignis Emscherblick.

Bevor die Besucher den Tetraeder bewundern können, müssen sie zu Fuß den Gipfel der Halde erreichen. Der Weg hinauf führt entweder über die „Direttissima”, eine Treppe mit 387 Stufen, oder eine kleine Straße, die sich in Serpentinen die Halde hinaufschlängelt. Bei schwülen Sommertemperaturen um die 30 °C ist dies bereits eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit – doch die Mühe lohnt sich! Vom Gipfel der Halde Beckstraße aus genießt man einen herrlichen Ausblick über das Ruhrgebiet. Direkt am Fuße der Halde befinden sich das Alpincenter Bottrop, die längste Skihalle der Welt, und das letzte aktive Steinkohlebergwerk im Ruhrgebiet, das Bergwerk Prosper-Haniel. Doch auch dieses soll Ende 2018 geschlossen werden.
In der Ferne kann man viele weitere bekannte Sehenswürdigkeiten des Potts erkennen, darunter das Gasometer in Oberhausen, die Arena auf Schalke in Gelsenkirchen (wo ich die Eras Tour von Taylor Swift live erlebt habe) sowie die Skyline von Essen. Bei gutem Wetter sind sogar Duisburg und Düsseldorf zu sehen.
Bottrop Tetraeder – nur für Schwindelfreie
Wer den Bottroper Tetraeder erklimmen möchte, sollte schwindelfrei sein. Der Blick über das Ruhrgebiet aus luftiger Höhe ist spektakulär. Die leicht schwingenden Treppen, die zu den Aussichtsplattformen führen, sorgen zusätzlich für weiche Knie und Herzrasen beim Aufstieg. Als wäre das noch nicht genug, kann man durch die Bodengitter bei jedem Schritt nach unten schauen!

Da ich leider unter Höhenangst leide, habe ich mich nur bis zur vorletzten Plattform getraut. Um zur höchsten Ebene des Tetraeders zu gelangen, muss noch eine freischwebende Wendeltreppe bezwungen werden.
Lohnt sich der Ausflug zur Halde Beckstraße?
Der Tetraeder in Bottrop ist ein tolles Ausflugsziel für das Wochenende. Ich kann jedoch nicht nachvollziehen, warum diese beeindruckende Sehenswürdigkeit nicht stärker touristisch gefördert wird. Die Fotos von meinem Ausflug sorgten unter meinen Freunden auf Facebook für großes Staunen: Niemand wusste, was das ist, geschweige denn, wo dieses merkwürdige Gebilde steht. Vor Ort gibt es keinerlei touristische Infrastruktur, weder Gastronomie noch Toiletten. Außer einer verwitterten Tafel am Fuße der Halde konnte ich auch keine Informationen über das Haldenereignis Emscherblick finden. So hätte mich zum Beispiel interessiert, wo und warum eine Halde entsteht. Selbst die Ausschilderung bis zum Gipfel war kaum vorhanden.

Häufige Fragen
Wie viele Stufen hat der Tetraeder in Bottrop?
Der Tetraeder selbst hat 200 Stufen. Die Direttissima-Treppe, die direkt zur Halde hinaufführt, hat 387 Stufen.
Wann wurde der Tetraeder in Bottrop gebaut?
Der Tetraeder in Bottrop wurde im Jahr 1995 gebaut beziehungsweise fertiggestellt. Die offizielle Eröffnung fand am 3. Oktober 1995 statt.
Wie lange braucht man vom Parkplatz aus bis zum Tetraeder?
Vom Parkplatz bis zum Tetraeder läuft man etwa 15-20 Minuten. Der Weg ist allerdings recht steil.
Kann man zum Tetraeder hochfahren?
Ja, man kann mit dem Fahrrad zum Tetraeder hochfahren, aber nicht mit dem Auto.
Wo kann man am Tetraeder in Bottrop parken?
Am Fuße der Halde gibt es einen kostenlosen Parkplatz. Gib einfach die folgende Adresse in das Navi ein: Beckstraße 57a, 46238 Bottrop
Wo ist der Tetraeder in Bottrop?
Der Tetraeder steht auf der Halde Beckstraße im Bottroper Stadtteil Batenbrock.
Was kostet der Eintritt zum Tetraeder in Bottrop?
Der Eintritt ist kostenlos.
Mein Fazit

Am vergangenen Wochenende habe ich etwas gemacht, das ich schon lange einmal machen wollte. Ich setzte mich ins Auto und fuhr spontan ins Ruhrgebiet. Mit 5,2 Millionen Einwohnern ist der Ruhrpott nicht nur das größte geschlossene Siedlungsgebiet Deutschlands, sondern hat mit aufregenden Städten wie Dortmund, Essen und Duisburg auch jede Menge interessante Kunst, Kultur und Architektur sowie einzigartige Sehenswürdigkeiten zu bieten. An diesem Tag wollte ich endlich damit beginnen, mir die Highlights des Kohlenpotts nicht nur im Internet, sondern mit eigenen Augen anzusehen.
Wer Bottrop besucht, sollte den Tetraeder deshalb unbedingt einplanen. Der Eintritt ist frei, der Ausblick großartig und die Atmosphäre je nach Tageszeit völlig unterschiedlich. Am Tag beeindruckt die Weite des Panoramas, während die Stahlkonstruktion am Abend besonders markant vor dem Himmel wirkt.
Hier könnten die Stadt Bottrop oder der Tourismusverband des Ruhrgebiets sicher noch einiges besser machen, um mehr Besucher anzulocken – denn zumindest bei meinem Besuch am Tetraeder war es ziemlich einsam auf der Halde Beckstraße. Ihr könnt euren Ausflug zum Tetraeder auch hervorragend mit einem Besuch des Alpincenters verbinden, in dem sich eine Sommerrodelbahn und ein Kletterpark befinden.
Wer also ein interessantes Ausflugsziel in Nordrhein-Westfalen sucht, das nicht von Touristenmassen überlaufen ist, ist hier genau an der richtigen Adresse!Den Besuch des Tetraeder könnt Ihr auch bequem mit einem Zwischenstopp an der Halde Hoheward zwischen Recklinghausen und Herten kombinieren.

Hallo, ich bin Mario. Mit meinem Reiseblog helfen ich schwulen Männern bereits seit 2007, das passende Reiseziel für ihren nächsten Gay-Urlaub zu finden. Ich stelle gay-friendly Hotels, die beliebtesten Gay Bars, Clubs und Saunen vor. Außerdem findest du hier aktuelle CSD-Termine, News aus der Szene sowie wichtige Hinweise und Tipps für Reisen in weniger LGBT-freundliche Länder. Ich möchte dir helfen, deine eigenen sicheren Reiseerlebnisse zu planen.

1 Kommentar zu „Tetraeder Bottrop & Halde Beckstraße – Haldenereignis Emscherblick“