Sexpositive Städte 2026: Köln lässt Berlin erneut hinter sich

Im internationalen Vergleich der sexpositivsten Städte landet Köln im Jahr 2026 auf dem vierten Platz. Berlin folgt auf dem sechsten Platz. An der Spitze steht erneut Amsterdam.

Für den aktuellen Index „World’s Most Sexually Liberal Cities“ hat die Erotikplattform Erobella 41 Metropolen auf der ganzen Welt untersucht. Während Köln einen Platz verliert, kann Berlin seine Position halten. Hamburg erreicht Rang elf und verpasst damit knapp den Sprung unter die ersten zehn.

Sexpositive Städte 2026: Amsterdam bleibt weltweit an der Spitze.

Die Hauptstadt der Niederlande führt die Rangliste der sexpositiven Städte auch 2026 an. Die niederländische Hauptstadt ist seit Jahrzehnten für ihre liberale Sexualkultur, ihre sichtbare Gayszene und ihren vergleichsweise offenen Umgang mit Sexarbeit bekannt.

Auf den zweiten Platz steigt Vancouver. Manchester verbessert sich deutlich und erreicht Rang drei. Die nordenglische Stadt war im vergangenen Jahr noch auf dem siebten Platz gelandet. Direkt dahinter folgt Köln als bestplatzierte deutsche Metropole.

San Francisco erreicht Rang fünf und liegt damit zwischen Köln und Berlin. Hamburg muss sich hingegen unter anderem Glasgow und Paris geschlagen geben, die im aktuellen Vergleich aufgeholt haben.

Köln punktet mit einer besonders dichten Gayszene.

Für schwule Reisende dürfte das gute Abschneiden Kölns kaum überraschend sein. Rund um die Schaafenstraße befinden sich zahlreiche Gay-Bars, am Heumarkt weitere bekannte Treffpunkte. Hinzu kommen Gaysaunen, Fetischclubs sowie regelmäßig stattfindende Partys.

Auch Veranstaltungen wie der Cologne Pride tragen zur Sichtbarkeit schwulen Lebens bei. Im Sommer lockt die Demonstration mit Straßenfest Besucher aus Deutschland und vielen anderen Ländern an. Daneben besitzt Köln eine ausgeprägte Fetischszene, in der sich unter anderem Lederfans und Puppys zu Hause fühlen.

In der gesonderten Bewertung für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt erreicht Köln 61 von 100 Punkten. Damit belegt die Stadt weltweit den dritten Platz. Nur San Francisco mit 70 Punkten und Manchester mit 62 Punkten schneiden besser ab. Berlin erreicht in diesem Bereich 51 Punkte und Hamburg 43 Punkte.

Der Vorsprung Kölns gegenüber Berlin erklärt sich laut Erobella vor allem durch die hohe Zahl entsprechender Angebote im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Die gesetzlichen Voraussetzungen unterscheiden sich innerhalb Deutschlands kaum. Entscheidend ist daher, wie sichtbar das schwule Leben im Alltag einer Stadt tatsächlich ist.

Was wird bei dem Ranking bewertet?

Der Index betrachtet nicht nur Gay Bars oder erotische Freizeitangebote. In die Bewertung fließen auch verschiedene gesellschaftliche und rechtliche Bedingungen ein.

Beispielsweise wird untersucht, wie viele Treffpunkte und Veranstaltungen für Menschen unterschiedlicher sexueller Identitäten existieren. Berücksichtigt werden außerdem der gesetzliche Schutz vor Diskriminierung sowie die Anerkennung von trans- und nichtbinären Menschen.

Ein weiterer Bereich beschäftigt sich mit Sexarbeit. Dabei geht es um deren rechtlichen Status und vorhandene Beratungsangebote. Auch der Zugang zu Verhütungsmitteln sowie die gesetzlichen Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch beeinflussen das Ergebnis.

Im Bereich „Adult Lifestyle” werden unter anderem Sexshops und erotische Angebote pro Einwohner von Erobella erfasst. Dadurch können vergleichsweise kompakte Städte wie Köln besser abschneiden als wesentlich größere Metropolen.

Politische Lage bremst Städte in den USA aus

Zwar verfügen mehrere Städte in den USA über eine international bekannte Gayszene, aufgrund der politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen verlieren sie jedoch Punkte. Das zeigt sich besonders deutlich in Miami.

Die Stadt erreicht bei Sexshops, Gay-Bars und entsprechenden Veranstaltungen hervorragende Werte. Aufgrund fehlender Punkte beim Schutz vor Diskriminierung und bei der Gesetzgebung zur Sexarbeit erreicht Miami dennoch nur Rang zehn.

San Francisco bleibt auf Platz fünf die bestplatzierte Stadt der USA. New York landet trotz seines liberalen Images lediglich auf Rang 32.

Sichtbare Szenen und zahlreiche Veranstaltungen können ungünstige gesetzliche Bedingungen im Index somit nur teilweise ausgleichen.

Moskau bildet das Schlusslicht

Am Ende der internationalen Rangliste stehen Kapstadt, Tokio und Moskau. Die russische Hauptstadt belegt bei der Bewertung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ebenfalls den letzten Platz. Mit nur einem von 100 möglichen Punkten fällt der Abstand zu den übrigen Städten deutlich aus.

Für homosexuelle Reisende bietet das Ranking eine interessante Orientierung. Es zeigt jedoch nicht automatisch, wo sich jeder Besucher am wohlsten fühlt. Persönliche Sicherheit, Atmosphäre und das konkrete Angebot können sich nämlich von Stadtteil zu Stadtteil unterscheiden.

Köln bestätigt dennoch einmal mehr seine besondere Stellung. Die Stadt besitzt nicht nur eine traditionsreiche schwule Szene, sondern integriert sexuelle Vielfalt sichtbar in den Alltag. Berlin ist zwar größer und internationaler, doch gemessen an der Einwohnerzahl hat Köln weiterhin die Nase vorn.

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