In Kuala Lumpur soll ein 51-jähriger Chinese eine schwule Party in einem Hotel organisiert haben, bei der laut Polizeiangaben auch Drogen konsumiert wurden. Der Mann wurde Ende Mai zusammen mit 50 weiteren Personen bei einer Razzia festgenommen.
Hussein Omar Khan, Direktor der Drogenkriminalitätsabteilung von Bukit Aman, gab an, der Chinese habe die Veranstaltung über seinen privaten Instagram-Account beworben. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass die sichergestellten Drogen für den Konsum der Teilnehmer bestimmt waren. Hinweise auf einen Drogenverkauf während der Party gibt es bislang nicht.
Die Polizei ermittelt jedoch weiter, um die Herkunft der Substanzen zu klären. Alle 51 Festgenommenen wurden inzwischen wegen verschiedener Drogendelikte angeklagt. 34 Personen, darunter der mutmaßliche Organisator, müssen sich wegen Drogenbesitzes verantworten. Gegen den Chinesen wurde zusätzlich Anklage wegen Eigenkonsums erhoben.
17 weitere Personen wurden wegen Drogenhandels angeklagt. Ob sich die Beschuldigten zu den Vorwürfen bekannt haben, wurde von der Polizei nicht mitgeteilt.
Bei der Razzia am 24. Mai wurden nach Polizeiangaben Drogen im geschätzten Wert von 103.070 malaysischen Ringgit beschlagnahmt. Unter anderem wurden flüssiges MDMA, MDMA in Pulverform, Ecstasy und Ketamin sichergestellt.
Während der Party kam es außerdem zu einem Todesfall. Ein Mann wurde bewusstlos aufgefunden und erlag später seinen Verletzungen. Die Polizei wartet eigenen Angaben zufolge noch auf den Autopsiebericht, um die genaue Todesursache zu klären.
Der Fall sorgt in Malaysia auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil gleich mehrere Themen aufeinandertreffen: private Partys, Drogenkonsum und die strafrechtliche Verfolgung queerer Lebensrealitäten. Homosexualität ist in Malaysia stark stigmatisiert und kann rechtliche Konsequenzen haben. Für die Beschuldigten stehen nun vor allem die Drogendelikte im Mittelpunkt des Verfahrens.