Ein verborgenes Juwel in der „leeren“ Mitte Spaniens: Nur zwei Autostunden von Madrid entfernt liegt Campillo de Ranas, ein winziges Dorf in der Provinz Guadalajara. Eingebettet in die wilde Natur des Naturparks Sierra Norte und geprägt durch die typische Architektur der sogenannten Pueblos Negros (Schieferdörfer) wirkt der Ort auf den ersten Blick unscheinbar. Doch seit 2005 hat sich Campillo de Ranas zu einem Symbol für Gleichberechtigung entwickelt und zieht als internationaler Magnet schwule Hochzeiten an.
Wie alles begann: Ein mutiger Bürgermeister
Als Spanien im Jahr 2005 die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnete, weigerten sich viele konservative Bürgermeister, Trauungen durchzuführen. Francisco Maroto, der Bürgermeister von Campillo de Ranas, entschied sich jedoch für einen anderen Weg: Er erklärte das kleine Dorf zu einem Ort, an dem alle Paare willkommen sind. Diese Entscheidung sprach sich schnell herum und machte das Dorf weit über die Region hinaus bekannt.
Mehr als 1.000 Hochzeiten aus aller Welt
Seitdem haben sich in Campillo de Ranas über 1.000 Paare das Ja-Wort gegeben, darunter nicht nur Spanier, sondern auch Menschen aus Ländern wie den USA, Island oder Japan. Besonders schwule Paare schätzen hier die einzigartige Kombination aus idyllischer Natur, historischen Häusern und einer offenen Atmosphäre, in der sie ungestört Händchen halten und feiern können.
Hochzeitstourismus belebt die Region
Die Hochzeiten haben dem Dorf neues Leben eingehaucht. Wo einst nur wenige Menschen lebten, gibt es heute zahlreiche Landhotels (casas rurales) sowie Restaurants und Veranstaltungsorte, die sich auf Hochzeiten spezialisiert haben. Für die Region, die lange unter Abwanderung litt, bedeutet dies neue Arbeitsplätze, Perspektiven und internationale Aufmerksamkeit.
Warum Campillo de Ranas für schwule Hochzeiten so beliebt ist
- Romantische Kulisse: Schieferhäuser, Bergpanorama und ursprüngliche Natur schaffen eine märchenhafte Atmosphäre.
- Symbolkraft: Viele schwule Paare schätzen den historischen Hintergrund – hier wurde ein Zeichen für Gleichberechtigung gesetzt, als es noch nicht selbstverständlich war.
- Diskrete Lage: Abseits des Massentourismus bietet das Dorf Privatsphäre und Exklusivität.
- Gastfreundschaft: Paare berichten, dass sie im Dorf stets mit Respekt behandelt wurden – egal, woher sie kommen.
Ein Ort mit Herz und Geschichte
Campillo de Ranas ist mehr als nur ein schönes Dorf: Es ist ein Stück spanische Geschichte und zeigt, wie ein kleiner Ort die Welt verändern kann. Für schwule Paare, die eine unvergessliche Hochzeit in Spanien suchen, ist es längst ein Top-Reiseziel geworden.