Razzia in Gaysauna in Arnheim: SteamWorks nach Drogenermittlungen geschlossen

In der niederländischen Stadt Arnheim sorgte eine Polizeirazzia in der Gaysauna SteamWorks für Aufsehen. Die Sauna am Roermondsplein wurde während einer BDSM-Veranstaltung durchsucht. Was zunächst wie eine bizarre Szene aus dem Nachtleben klang, entwickelte sich später zu einem ernsteren Ermittlungsfall.

Laut Medienberichten betraten Polizei und Ermittler die Gaysauna am Abend des 19. Dezembers 2025, wobei einige Gäste zunächst annahmen, die Beamten seien Teil der Show. Der Betreiber erklärte damals, die Aktion sei ruhig verlaufen und es seien lediglich Potenzmittel sichergestellt worden. Festnahmen wurden zunächst nicht gemeldet.

Wenige Wochen später wurde der Fall jedoch anders eingeordnet. Laut NL Times verdächtigt die Polizei den Betreiber der inzwischen geschlossenen Sauna, über Jahre hinweg Betäubungsmittel aus dem Betrieb heraus verkauft zu haben. Bei der Durchsuchung wurden demnach unter anderem eine kommerzielle Menge Kokain, mehrere Behälter mit unbekannter Flüssigkeit und Bargeldumschläge gefunden.

Der Betreiber weist die Vorwürfe zurück. Gegenüber niederländischen Medien erklärte er, die Anschuldigungen beruhten auf falschen Aussagen einer rachsüchtigen Person. Zwar räumte er den Verkauf von Kamagra ein, bestreitet aber den Vorwurf eines langjährigen Drogenhandels. Die Ermittlungen sollen an die niederländische Staatsanwaltschaft übergeben werden, die über eine mögliche Strafverfolgung entscheidet.

Die Stadt Arnheim reagierte nach der Razzia mit einer vorübergehenden Schließung der Sauna. Laut dem Betreiber sollte SteamWorks ohnehin Anfang Januar 2026 schließen. Grund dafür seien gesundheitliche Probleme gewesen. Nach der behördlichen Schließung wurde die Sauna offenbar nicht wiedereröffnet.

Für die Szene in Arnheim ist das ein spürbarer Einschnitt. SteamWorks galt lange als feste Adresse für schwule Männer in der Stadt und Umgebung. Der Fall zeigt zugleich, wie sensibel Behörden auf Hinweise zu Drogenhandel an Orten der sexuellen Freizeitgestaltung reagieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass Gaysaunen generell unter Verdacht stehen. Es wird jedoch deutlich, dass die Betreiber solcher Orte eine besondere Verantwortung tragen, klare Regeln durchzusetzen und die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten.

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