Gay Travel Index 2026: Polen ist Aufsteiger des Jahres

Der Spartacus Gay Travel Index 2026 bietet auch in diesem Jahr schwulen Reisenden eine wichtige Orientierung bei der Frage, welche Länder als besonders sicher und offen gelten. Wer seinen nächsten Urlaub plant, kann daran ablesen, wie sicher und entspannt das Reiseziel wirklich ist. Das aktuelle Ranking zeigt nicht nur die schwulenfreundlichsten Länder der Welt, sondern hält auch einige Überraschungen bereit.

Gay Travel Index 2026

Wie in jedem Jahr untersucht der Gay Travel Index 2026, wie es um die Situation für schwule, lesbische, bisexuelle, trans, intergeschlechtliche und queere Menschen in einzelnen Ländern und Regionen bestellt ist. Bewertet werden unter anderem die rechtlichen Rahmenbedingungen, der Schutz vor Diskriminierung, die gesellschaftliche Akzeptanz und die allgemeine Sicherheitslage für Reisende.

Welches sind die schwulenfreundlichsten Länder 2026?

An der Spitze des Gay Travel Index 2026 steht erneut Island. Das Land von Eis und Feuer gilt weiterhin als eines der sichersten und offensten Reiseziele für queere Menschen weltweit. Den zweiten Platz teilen sich Malta und Spanien. Direkt dahinter folgen Belgien, Kanada, Portugal und Deutschland. All diese Länder punkten mit einer hohen rechtlichen Absicherung und gesellschaftlichen Akzeptanz gegenüber homosexuellen und transsexuellen Menschen.

Besonders auffällig ist in diesem Jahr Polen. Unser östliches Nachbarland ist der größte Aufsteiger im Ranking: Es verbessert sich von Platz 118 auf Platz 59, was auf politische Veränderungen und Fortschritte bei den Rechten trans Menschen zurückzuführen ist. Auch Nepal gehört zu den Gewinnern des Jahres: Dank neuer Self-ID-Regelungen und einer wachsenden gesellschaftlichen Offenheit klettert das Land im Himalaya um 21 Plätze auf Rang 32.

In anderen Teilen der Welt sieht die Entwicklung weniger positiv aus. Zu den größten Verlierern zählen laut Index der Irak, der Südsudan und Turkmenistan. Dort haben staatliche Repressionen und zunehmende Gewalt gegen queere Menschen zu einer deutlich schlechteren Bewertung geführt. Die letzten fünf Plätze des Rankings, in dem insgesamt 217 Länder untersucht wurden, belegen Afghanistan, Tschetschenien, Saudi-Arabien (übrigens unser Geheimtipps des Jahres!), der Iran und der Jemen.

USA zeigen ein gespaltenes Bild

Ein besonders differenziertes Bild zeigt sich erneut in den USA. Im weltweiten Vergleich landet das Land auf Platz 47 und wird insgesamt noch positiv bewertet. Gleichzeitig macht der Blick auf die einzelnen Bundesstaaten die starken Unterschiede innerhalb der Vereinigten Staaten deutlich.

Während Staaten wie Delaware, Rhode Island und Michigan den rechtlichen Schutz für queere Menschen ausbauen und sich im Ranking verbessern, gehen konservativ regierte Bundesstaaten wie Idaho in die entgegengesetzte Richtung. Dort sorgen verschärfte Gesetze für ein zunehmend schwieriges Umfeld. Nach Einschätzung der Macher des GTI kann es in den USA deshalb passieren, dass zwischen einem vergleichsweise sicheren und einem klar feindlichen Umfeld nur eine einzige Bundesstaatsgrenze liegt.

An der Spitze des US-Rankings stehen New York State, Kalifornien und Nevada. Die schlechtesten Plätze belegen Arkansas, Oklahoma und Tennessee.

Wie queerfreundlich sind Reiseziele im Jahr 2026 wirklich?

Für queere Reisende bleibt der Gay Travel Index 2026 damit ein wichtiges Instrument, um Reiseziele realistischer einzuschätzen. Gerade in Zeiten politischer Umbrüche zeigt das Ranking, dass sich die Lage für queere Menschen weltweit schnell verbessern, aber auch deutlich verschlechtern kann.

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