Mit der Schließung der Filiale in der Maaßenstraße geht die Geschichte der schwulen Ladenkette Bruno’s in Berlin zu Ende. Der Standort in Schöneberg war zuletzt der einzige verbliebene Store des Unternehmens. Bereits im Jahr 2025 hatte Geschäftsführer Franz Landgraf Happach die Filialen in Köln, Hamburg und München aufgegeben.
Im vergangenen Jahr meldete Bruno’s Insolvenz in Eigenverwaltung an. Dieses Verfahren erlaubt die Fortführung des Unternehmens unter bestehender Geschäftsführung. Den Berliner Standort konnte dies jedoch nicht sichern. Am 7. Januar informierte ein Aushang darüber, dass der Laden aus betrieblichen Gründen bis auf Weiteres geschlossen bleibt. Mitarbeitende wurden eigenen Angaben zufolge fristlos entlassen.
Über viele Jahre war Bruno’s an wechselnden Berliner Adressen präsent. Besonders in den 1990er und 2000er Jahren prägten die Standorte am Ku’damm Eck, in der Nürnberger Straße und später nahe dem Nollendorfplatz das Bild. Zu dieser Zeit gehörte der Laden zur Bruno Gmünder GmbH, einem international bekannten Verlagshaus. Das Sortiment umfasste Filme, Bücher, Toys, Gleitmittel und Kondome. Gelegentlich fanden Signierstunden mit bekannten Darstellern und Produzenten wie John Galt oder Chi Chi LaRue statt. Für viele Besucher war der Laden ein Einblick in eine internationale Szene. An der Kasse traf man damals auf Personen, die später selbst bekannt wurden, darunter Tim Kruger.