Viele Leser fragen mich: Findet der Fantasypride 2026 im Phantasialand wieder statt? Das Pride-Event im Freizeitpark in Brühl zwischen Köln und Bonn gehört für viele bis heute zu den beliebtesten Veranstaltungen der deutschen Szene. Von 2004 bis 2019 galt es als Europas größtes schwul-lesbisches Treffen in einem Freizeitpark. Es verband Achterbahnen, Shows, Partys und Sichtbarkeit auf eine Weise, die in dieser Form selten war. Für 2026 gibt es derzeit leider noch keinen bestätigten Termin.
Fantasypride im Phantasialand: mehr als nur ein Eventtag im Freizeitpark.
Der Fantasypride im Phantasialand war mehr als ein bunter Ausflug mit Musik und Adrenalin. Gerade darin lag seine besondere Kraft. Ein Freizeitpark steht normalerweise für Kindheit, Familienbilder, Mainstream und gesellschaftliche Normalität. Wenn ein Ort wie das Phantasialand jedoch für einen Tag von schwulen, lesbischen und queeren Gästen geprägt wird, verändert sich seine Bedeutung.
Dass der Fantasypride seit 2004 als feste Größe wahrgenommen wurde, erklärt auch seine emotionale Wirkung. Für viele Besucher war er nicht nur eine Party, sondern auch ein Ort des Wiedersehens und des ersten offenen Auftretens als Schwuler oder Lesbe. Hier musste man sich nicht verstecken, sondern konnte ganz selbstverständlich man selbst sein. Diese Erfahrung lässt sich kaum in Besucherzahlen oder Programmpunkten messen. Gerade deshalb ist der Name „Fantasypride” bis heute so aufgeladen.
Warum war der Fantasypride für Köln so wichtig?
Historisch hatte der Fantasypride eine über Brühl hinausreichende Rolle. Er galt als Startschuss für den ColognePride. Er war somit nicht nur eine Party vor dem eigentlichen CSD, sondern auch ein symbolischer Auftakt für Wochen, in denen Sichtbarkeit, Politik, Feiern und Begegnungen in Köln zusammenfanden. Die Verbindung von Leichtigkeit und gesellschaftlicher Präsenz machte das Format besonders. Es zeigte, dass Pride nicht nur auf Demonstrationsrouten und Bühnen in Innenstädten stattfindet, sondern auch dort, wo Alltag, Freizeit und Popkultur aufeinandertreffen.
Gerade aus heutiger Perspektive wirkt das bemerkenswert. Denn viele queere Veranstaltungen müssen sich heute entscheiden, ob sie politisch, kommerziell, nostalgisch oder hedonistisch sein wollen. Der Fantasypride vereinte all das zumindest in Ansätzen. Er war laut, leicht und manchmal schrill, aber zugleich auch ein sichtbares Zeichen dafür, dass queeres Leben mitten in der Gesellschaft stattfindet und dort Platz beansprucht.
Fantasypride 2026: Noch kein Termin
Für 2026 steht leider noch kein Termin fest. Doch die anhaltende Präsenz des Namens zeigt, dass der Fantasypride als Marke und Erinnerung weiterlebt. Auch wenn seine klassische Phase von 2004 bis 2019 im Phantasialand lag, ist das Format für viele noch immer eng mit der Geschichte queerer Sommer in Nordrhein-Westfalen verbunden.
Vielleicht liegt genau darin seine anhaltende Bedeutung. Der Fantasypride steht für eine Zeit, in der queere Sichtbarkeit nicht nur auf politische Forderungen reduziert wurde. Wer an ihn denkt, denkt nicht nur an Fahrgeschäfte, Open-Air-Stimmung oder Partynächte. Man denkt an ein Gefühl: daran, Teil von etwas Größerem gewesen zu sein, an einem Ort, der für einen Tag anders funktionierte als sonst.
Ob und in welcher Form der Fantasypride 2026 zurückkehrt, bleibt offen. Doch allein die Frage nach seiner Zukunft zeigt, wie tief sich dieses Event in das kulturelle Gedächtnis vieler Menschen eingeschrieben hat.