Preisfehler Erfahrung: Weihnachtsurlaub wegen Error Fare storniert

Preisfehler-Erfahrung: Weihnachtsurlaub wegen Error Fare storniert

Eigentlich wollten wir die Weihnachtstage für einen erholsamen Urlaub im sonnigen Süden nutzen. Gerade als wir schon fast die Hoffnung aufgegeben hatten, eine Reise über die Feiertage zu einem akzeptablen Preis zu finden, fanden wir dann doch noch ein tolles Angebot auf unserer Lieblingsinsel Gran Canaria: Eine Woche in einem 5-Sterne-Hotel für 606,30 €/Person. Da mussten wir natürlich zuschlagen!

Gebucht haben wir die Reise telefonisch beim Reisebüro unseres Vertrauens. Der Preis war im Vergleich zu anderen Angeboten zwar deutlich günstiger, aber auch nicht so extrem niedrig, dass wir an eine Error Fare dachten. Auch die freundliche Dame am Telefon fand an dem Preis offenbar nichts Ungewöhnliches und buchte die Reise für uns ein. Wir erhielten die Bestätigung vom Reiseveranstalter und der Betrag in Höhe von 1212,60 wurde auch bereits von meiner Kreditkarte abgebucht. Nun kann ja nichts mehr passieren, dachten wir uns. Doch wir hatten uns zu früh über unser Urlaubsschnäppchen gefreut.

Error Fare: Urlaub wegen Preisfehler storniert

Gestern bekamen wir über das Reisebüro eine E-Mail des Reiseveranstalters mit folgendem Inhalt:

Umso schwerer fällt es uns Ihnen heute mitteilen zu müssen, dass der von uns in der Reisebestätigung genannte Reisepreis von 1212,60 Euro falsch ist.

 

Ein erst jetzt aufgefallener Eingabefehler eines Mitarbeiters bei der Stammdatenanlage des Hotels bei den Verpflegungszuschlägen führte dazu, dass die Berechnung des Preises für die von Ihnen gebuchte Reise falsch ist.

Der korrekte Gesamtreisepreis lautet: 8660,60 Euro

An dieser Stelle möchten wir uns ausdrücklich für den Eingabefehler unseres Mitarbeiters entschuldigen. Wir sehen uns in Anbetracht der eklatanten Preisdifferenz dazu veranlasst, die Reisebestätigung
gem.§ 119 Abs. 1, Alt. 2 BGB wegen eines typischen Erklärungsirrtums anzufechten, da sie auf einem Eingabefehler beruht und wir die fehlerhafte Erklärung bei Kenntnis des Fehlers zu keinem Zeitpunkt hätten abgeben wollen. Die Anfechtung führt zur Nichtigkeit des Pauschalreisevertrages in der bestätigten Form.

Hallo? Über 8000 Euro für eine Woche auf Gran Canaria?! Ich rief sofort beim Reiseveranstalter an und erkundigte mich, was wir nun tun müssten.

Unsere (negative) Erfahrung mit Error Fares

Da wir keine Juristen sind und weder Zeit noch Nerven haben, uns mit Tourismus-Konzernen zu streiten und dem Geld hinterherzurennen, wollten wir ohnehin freiwillig von der Reise zurücktreten. Der Mitarbeiter der Clearing-Abteilung erklärte mir jedoch frech, dass wir die Reise zu dem Preis gerne antreten könnten! Darauf verzichteten wir jedoch gerne.

Schließlich schrieb ich eine E-Mail an das Reisebüro und den Reiseveranstalter und erklärte, dass wir freiwillig von der Reise zurücktreten. Schon wenige Stunden später erhielt ich vom Veranstalter eine Stornorechnung. Die Sache scheint also noch einmal glimpflich ausgegangen zu sein.

Auch wenn die Buchung einer Error Fare nicht illegal ist, kann ich nur raten, bei einem Preisfehler vorsichtig zu sein. Freu dich nicht zu sehr auf die Reise! Ich hoffe, dass dir unsere Erfahrung mit einer Error Fare als Hilfestellung dient.

 

 

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