PrEP: Schutzmethode vor AIDS / HIV-Infektion

PrEP: Schutzmethode vor AIDS / HIV-Infektion

PrEP ist eine zuverlässige Schutzmethode vor AIDS, bzw. einer HIV-Infektion. Neben Kondomen und dem Schutz durch Therapie hat sich die Methode beim Schutz vor HIV-Infektionen seit Jahren als zuverlässige Safer-Sex-Methode bewährt. Hier sind die wichtigsten Informationen im Überblick.

Was ist PrEP?

Hinter der Abkürzung PrEP verbirgt sich die sogenannte Prä-Expositions-Prophylaxe. Damit ist die vorbeugende Einnahme eines HIV-Medikaments zum Schutz vor einer möglichen Ansteckung gemeint, wenn ein erhöhtes HIV-Infektionsrisiko besteht. In Deutschland ist mit Truvada und dessen baugleichen „Kopien“ lediglich ein Medikamente zugelassen, das das Virus davon abhält, sich in den Körperzellen zu vermehren. Die Tabletten können entweder über einen längeren Zeitraum oder nur bei Bedarf („on-demand“) eingenommen werden.

Achtung: Die PrEP ist nicht mit der PEP (Post-Expositions-Prophylaxe) zu verwechseln: Bei letzterer nimmt man kurz nach einem Kontakt mit HIV-Risiko Medikamente ein, um einer Infektion vorzubeugen.

Für wen wird PrEP empfohlen?

PrEP-Medikamente empfehlen sich für alle, bei denen ein hohes HIV-Infektionsrisiko vorliegt. Dazu zählen:

  • Homosexuelle Männer und Transmenschen, die in den letzten drei bis sechs Monaten Analverkehr ohne Kondom mit mehr als zwei Partnern hatten.
  • Bei einer Beziehung mit einem HIV-positiven Partner liegt ebenfalls ein hohes Infektionsrisiko vor.
  • Eine weitere Risikogruppe bilden Personen, die ungeschützten Sex hatten und bei denen bereits eine andere sexuell übertragbare Erkrankung festgestellt wurde.
  • Auch für Suchtkranke, die intravenöse Drogen ohne sterile Spritzbestecke verwenden, kann eine PrEP empfehlenswert sein.

Wie sicher ist PrEP?

Wenn die PrEP richtig angewendet wird, schützt sie mindestens genauso gut wie Kondome vor einer Ansteckung mit dem HI-Virus. Studien weisen der Prophylaxe eine Schutzwirkung von 90 bis 99 Prozent an. Auch mit dem sogenannten Schutz durch Therapie, bei dem die HIV-Vermehrung bei einem Infizierten durch Medikamente gehemmt wird, ist die Prophylaxe vergleichbar. Weltweit sind nur wenige Fälle bekannt, in denen sich Patienten trotz PrEP angesteckt haben. Generell gilt jedoch: Je sorgfältiger und regelmäßiger die Medikamente eingenommen werden, desto besser ist auch der Schutz.

Wo bekomme ich PrEP?

Wer eine PrEP beginnen möchte, muss zunächst einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, der oder die sich auf die Behandlung von HIV-Patienten spezialisiert hat. Im gemeinsamen Gespräch sollten mögliche Vorerkrankungen und gesundheitliche Risiken abgeklärt werden. Im Vorfeld gilt es, eine etwaige HIV-Infektion auszuschließen. Außerdem testet der Arzt oder die Ärztin auf sexuell übertragbare Krankheiten (STI) und überprüft die Nieren, da deren Leistung durch die PrEP beeinträchtigt werden kann. Diese Kontrollen werden während der Prophylaxe in regelmäßigen Abständen wiederholt. Ist der Patient für die PrEP geeignet, werden ihm die entsprechenden Medikamente verschrieben.

Wieviel kostet PrEP?

In der Apotheke zahlen gesetzlich Versicherte nur die Rezeptgebühr von fünf bis zehn Euro. Wer die PrEP-Medikamente auf Privatrezept bekommt, muss mit rund 70 Euro pro Monatspackung rechnen. Je nach Hersteller können die Preise variieren. Generika – also in der Zusammensetzung gleiche, aber günstigere Medikamente – gibt es zum Teil für rund 30 Euro pro Monatspackung.

Wird PrEP von der Krankenkasse bezahlt?

Für Menschen mit erhöhtem HIV-Ansteckungsrisiko tragen seit dem 1. September 2019 die gesetzlichen Krankenkassen die PrEP-Kosten. Dazu zählen sowohl die anfallenden Kosten für Medikamente als auch für Untersuchungen vor und während der Prophylaxe.

Bei Privatpatienten gelten nach wie vor unterschiedliche Regelungen. Während manche privaten Kassen bereits die Kosten für die Prophylaxe übernehmen, bleiben andere Privatpatienten auf den PrEP-Kosten sitzen. Besonders bei den PrEP-Untersuchungen kann das teuer werden: Im Vorfeld empfiehlt sich ein Beratungsgespräch mit dem Arzt oder der Ärztin darüber, welche Kosten anfallen könnten. Rezepte sollten Privatversicherte in jedem Fall bei ihren Kassen einreichen.

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